KWB/BIOENERGY 2020+

Wie wir künftig heizen

Eine langjährige erfolgreiche Forschungskooperation geht in die nächste Runde: Gleich zwei Großprojekte des Kesselherstellers KWB aus St. Margarethen und des Kompetenzzentrums Bioenergy 2020+ starten heuer mit einem Gesamtfördervolumen von rund einer Million Euro.

Heizungstechnik

Präsentierten die beiden Forschungsprojekte (v. l.):

O.Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Ulrich Bauer, Vizerektor für Personal und Beteiligungen der TU Graz (Miteigentümerin von BIOENERGY2020+),

LR Dr. Christian Buchmann, Landesrat für Wirtschaft, Tourismus, Europa und Kultur in der Steiermark,

DI Dr. Walter Haslinger, CEO Bioenergy 2020+,

DI Stephan Jantscher, CEO KWB.

Bild: Wachmann

Ziel ist es, die Technologie bei Scheitholzkesseln weiter zu verbessern und damit auf nationalen und internationalen Märkten erfolgreich zu sein. KWB setzt auf das Wissen und die Erfahrung des K1-Kompetenzzentrums Bioenergy 2020+, um einerseits mehr Komfort und geringere Kosten für die Kunden zu erzielen und andererseits die Feinstaubemissionen weiter zu reduzieren. Nachfolgend die beiden Projekte im Detail.

Projekt Smart logwood boiler

Das Projekt beinhaltet grundlegende Untersuchungen zur modellbasierten Regelung von Heizungssystemen basierend auf einem Scheitholzkessel, einem Pufferspeicher und ggf. einer Solaranlage. Dazu sollen sowohl eine übergeordnete Systemregelung für das Zusammenspiel von Scheitholzkessel und Pufferspeicher basierend auf Prognosen für Lastabnahme und ggf. Solareintrag sowie einer gezielten Interaktion mit dem Benutzer als auch unterlagerte modellbasierte Regelungen für die Komponenten anhand eines Versuchssystems entwickelt und experimentell verifiziert werden.

Ziel ist es nach Abschluss des Projektes die nötigen Grundlagen für eine effiziente Entwicklung und Umsetzung der modellbasierten Regelung zur emissionsarmen und hocheffizienten Verbrennung in Scheitholzfeuerungen verfügbar zu haben.

Details zum Projekt

Bedeutung für Bioenergy 2020+:

- Langfristig: Know-how-Vorsprung auf dem Gebiet der modellbasierten Regelung von Scheitholzkesseln

- Basis für weitere Kooperationen im Zuge der Weiterentwicklung bis hin zur Markteinführung

- Synergieeffekte zu anderen Forschungsprojekten zur Lastregelung

Bedeutung für KWB:

- Steigerung der Verkaufszahlen von Scheitholzkesseln

- Etablierung von für die Biomasse-Branche substantiell neuen Regelungsmethoden (modellbasierte Regelungen)

- Synergieeffekte zu anderen zukünftigen Entwicklungen

- Technologischer Vorsprung gegenüber allen Mitbewerbern

- Mitwirkung an der Etablierung von neuen technologischen Standards

FTI-Initiative: Energieforschungsprogramm – 1. Ausschreibung

Gesamtkosten: ca. EUR 660.000,--

Gesamtförderung: EUR 478.556,--

Laufzeit: 3 Jahre

Antragsteller und Projektkoordinator: Bioenergy 2020+ GmbH

Projektpartner: KWB-Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH und Lamtec Mess- und Regeltechnik GmbH&CoKG

Projekt MoREIntegrALBiomass

Das Projekt beinhaltet Grundlagenuntersuchungen, die die Basis für die Entwicklung von brennstoffflexiblen, emissionsarmen und hocheffizienten Biomassefeuerungen bilden sollen. Dieses soll durch effiziente Kombination von Primär- wie auch Sekundärmaßnahmen erfolgen. Im Bereich der Primärmaßnahmen wird durch den Einsatz innovativer modellbasierter Regelungsstrategien, in Verbindung mit neuartiger Sensorik für die CO-Messung, neben einer Steigerung der Anlageneffizienz und Reduktion von Emissionen, auch durch Optimierung der Verbrennungsbedingungen die Möglichkeit zum Umsatz von alternativen Biomassebrennstoffen geschaffen. Da Primärmaßnahmen nicht ausreichen, um die zukünftig immer strengeren Emissionsgrenzwerte, insbesondere für PM-Emissionen, einzuhalten, soll zusätzlich durch die Integration eines elektrostatischen Abscheiders direkt in die Feuerungsanlage, eine kostengünstige und effiziente Möglichkeit zur PM-Abscheidung untersucht werden.

Nach einer Produktumsetzung liegen die Vorteile für den Endkunden ganz klar auf der Möglichkeit ein größeres Spektrum an Biomasse-Brennstoffen (z.B. Strohpellets) einsetzen zu können und das bei deutlich gesteigerter Anlageneffizienz, woraus merkliche Einsparungen im Bereich der Brennstoffkosten entstehen. Zusätzlich wird der bei der Verbrennung von Biomasse entstehende Ausstoß an Schadstoffen, insbesondere der oft in der Öffentlichkeit diskutierte Feinstaub, signifikant reduziert.

Details zum Projekt

Bedeutung für Bioenergy 2020+:

- Weiterer Ausbau des bestehenden Know-how-Vorsprungs auf dem Gebiet der modellbasierten Regelung automatisch beschickter Biomasse-Feuerungen

- Know-how-Zuwachs zu den Grundlagen der direkten Elektrofilterintegration in Biomasse-Feuerungen

- Zunahme der F&E-Projekte mit anderen Biomasse-Feuerungsherstellern und der daraus resultierende wirtschaftliche Nutzen

- Anstieg der internationalen wissenschaftlichen Reputation

Bedeutung für KWB:

- Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Verbreiterung des Brennstoffsortiments

- Höhere Absatzzahlen bei Neuanlagen

- Umsatzzuwachs von 5 bis 10 %

FTI-Initiative: Energieforschungsprogramm – 1. Ausschreibung

Gesamtkosten: ca. EUR 850.000,--

Gesamtförderung: EUR 583.684,--

Laufzeit: 3 Jahre

Antragsteller und Projektkoordinator: KWB-Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH

Projektpartner: Bioenergy 2020+ GmbH und Lamtec Mess- und Regeltechnik GmbH&CoKG

Beide Projekte werden aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des „Energieforschungsprogramms“ durchgeführt.

Schnittbild eines modernen Scheitholzofens.

Bild: KWB