Erneuerbare

Wie Windkraft und Sonnenenergie in Zukunft gespeichert werden könnten

Mit zunehmender Verwendung erneuerbarer Energien wird auch das Thema Energiespeicherung immer wichtiger. Wer dabei an Batterien denkt, liegt eher falsch. RAG Austria will einen gänzlich anderen Weg gehen – tief unter der Erde.

Das Sonnenlicht kommt zwar von oben – doch auch unter der Erde kann man einiges damit machen. Unter dem Namen „Underground Sun Conversion“ unterhält RAG Austria – ein österreichisches Energiespeicherunternehmen und Tochter der EVN – ein Forschungsprojekt rund um die unterirdische Umwandlung und Speicherung von Wind- und Sonnenenergie.

Die Notwendigkeit für solche Unternehmungen ist leicht erklärt – Energie wird vermehrt aus erneuerbaren Quellen gewonnen, muss aber auch gespeichert werden. Nur mithilfe von ausreichend großen und saisonalen Speichern kann die Versorgungssicherheit trotz Schwankungen in der Energieernte gegeben werden.

Millionen von Jahre ganz schnell

Für RAG Austria liegt die Antwort nicht in Pumpspeichern oder Batterien – sondern Gasspeichern. Die Methode dafür ist einzigartig. Direkt in einer Erdgaslagerstätte soll Erdgas durch einen gezielt initiierten mikrobiologischen Prozess natürlich erzeugt und auch gleich gespeichert werden. Der bisherige Entstehungsprozess von Erdgas wird also um Millionen Jahre verkürzt.

White Paper zum Thema

Es war ein vorangehendes Projekt – „Underground Sun Storage“, bei dem es um die Speicherung von Wind- und Sonnenenergie in natürlichen Erdgaslagerstätten ging –, das den Weg zur aktuellen Forschung ebnete. Denn im früheren Projekt zeigte sich, dass Wasserstoff und Kohlendioxid in geeigneten Lagerstätten durch einen mikrobiologischen Prozess in Methan umgewandelt werden können.

https://youtu.be/l9rGktV7ZwA

Die Energieumwandlung und Speicherung finden in mehr als 1.000 Meter Tiefe statt. Ziel ist die Entwicklung eines nachhaltigen Kohlenstoff-Kreislaufes. Doch auch die Übertragbarkeit auf andere Lagerstätten auf der ganzen Welt muss geprüft werden und ist von großer Bedeutung.

Bis 2021 soll das Projekt abgeschlossen sein. Gefördert wird es als Leitprojekt im Rahmen des Energieforschungsprogramms des Klima- und Energiefonds.