Stromversorgung

Wie handhabt Australien seinen Reichtum an Solarenergie?

Kann es auch zu viel Photovoltaik geben? In Australien produzieren mittlerweile 25 Prozent der Haushalte ihre eigene Energie. Doch die Kommunikation im Netz liegt brach.

Photovoltaik Energieerzeugung

Australien ist an einem Punkt angelangt, von dem man in diesen Breiten noch ein ganzes Stück entfernt ist – bereits jedes vierte Haus hat Photovoltaik am Dach. Das ist ein weltweiter Rekord.

Doch diese Pionierleistung bringt auch Probleme mit sich. Bestand früher eine solide, aufrechte Kommunikation zwischen jedem Player, der im Stande war, Energie zu verbrauchen oder einzuspeisen, ist das nun mit so vielen Playern am Markt nicht mehr möglich.

Denn jeder Haushalt, der seine eigene Energie produziert, gibt seinen Überschuss ans allgemeine Netz ab. Somit kommen hunderttausende Generatoren zum Netzwerk hinzu, wenn auch die meisten von ihnen eher klein sind. Die nun an vielen Enden fehlende Kommunikation stört die sensible Balance zwischen Nachfrage und Angebot im Netz.

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Solarkraft vom Hausdach hat in Australien schon ein so hohes Maß erreicht, dass stabile Verteilernetze und Strommärkte mit nur geringem Beitrag von kleinen Batterien nicht mehr möglich sind“, erklärt Will Edmonds, ein in Sydney lebender Analyst der Forschungsorganisation BloombergNEF.

https://youtu.be/10Gnf-wvF7A

Doch eine Lösung ist schon in Sicht. Der australische Energiemarktbetreiber AEMO plant eine Art virtuelles Kraftwerk, das alle Generatoren, und sind sie noch so klein, unter sich vereint. Zwar sind virtuelle Kraftwerke nicht unbedingt etwas neues, doch dieses – unter dem Projektnamen EDGE – soll Australiens ersten zweiseitigen Energiemarkt einführen.

Unter anderem sollen durch die optimierte Übersichtlichkeit auch Vorteile für kleine Energieerzeuger möglich werden. So wird etwa von Bonuszahlungen gesprochen, wenn ein Haushalt in Zeiten des Überangebots keinen weiteren Strom einspeist, oder wenn gespeicherte Energie in Zeiten großer Nachfrage freigegeben wird.

Immer mehr Interessierte schreiben sich für EDGE ein. Das Pilotprojekt läuft gerade an, in etwa einem Jahr soll die Plattform fertig eingerichtet und Tests abgeschlossen sein.