Instandhaltung

Wie die Kälteanlage lange und effizient arbeitet

Bei mangelnder Instandhaltung oder zu hoher Belastung kann die Kälteanlage schnell heißlaufen. Besonders in Produktionsstätten und Büros ist der Ausfall der Kältetechnik eine Katastrophe. Jedoch gibt es für dieses Worst-Case-Szenario eine schnelle Lösung.

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Auch im Winter kann die Kältetechnik heißlaufen. 

Kalt, aber doch zu heiß: Nicht nur in den Sommermonaten kann die Kälteanlage überhitzen, auch im Winter kann es durch eine zu lange abgewartete Wartung und schlichtweg durch Überlastung der Kältetechnik zu einem Totalausfall kommen. Für produzierende Betriebe und Bürobetreiber heißt es dabei trotz Überhitzung zittern, denn sie bangen um die noch funktionierende Kältetechnik. 

Überhitzte oder alte Kälteanlage

Mit der Umgebungstemperatur steigt auch die Gefahr, dass die Kältetechnik versagt. Gekühlt werden kann nämlich nur dann, wenn die Wärme, die einem Raum entzogen wird, auch abgegeben werden kann. An einem heißen Sommertag droht deshalb die Gefahr, dass die Kältetechnik versagt. Dass diese Gefahr von Jahr zu Jahr zunimmt, beobachtet Harald Erös, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Gesellschaft der Kältetechnik (ÖGKT), seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten: „Früher hat man Kälteanlagen auf eine Höchsttemperatur von 32 Grad ausgerichtet, mittlerweile sind es 35 Grad. Tatsächlich lege ich die Kältetechnik aber auf 38 Grad aus, denn ein Sommertag mit 35 Grad ist längst keine Seltenheit mehr.“ Knackt die Außentemperatur die 38-Grad-Marke können Kälteanlagen oft nicht mehr die Kühlleistung, die sie eigentlich erbringen sollten, liefern. Erfahrungsgemäß hat man hier laut Harald Erös hier nur eine Möglichkeit: Abwarten und auf Regen hoffen. 

Doch nicht nur ein heißer Sommer macht der Kältetechnik zu schaffen, ein völliger Ausfall der Anlage kann ganzjährig eintreffen. Ist ein Gerät veraltet und dem Ende des Lebenszyklus nahe, ist ein plötzlicher Stillstand meist keine große Überraschung. Bei neueren Anlagen kann es aber auch frühzeitig zum Ausfall kommen, weiß Harald Erös: „Je neuer das Gerät, umso kostenoptimierter wurde es produziert. Eine Schwachstelle sind heute vor allem die sehr feinen Kupferdrähte in den Kälteanlagen. Wenn der Verdichter pulsiert, können die Leitungen reißen.“ Je wärmer der Sommer und je stärker die Anlage arbeiten muss, umso größer ist auch die Gefahr, dass eine Kupferleitung reißt. Bei adiabatischen Systemen kann auch Kalk ein Anlagen-Killer sein. „Wenn sich er Kalk festsetzt, kann die Wärme nicht mehr abgegeben werden und es kommt zu einer Störung“, so der Kältetechnik-Profi. 

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Vorbeugen statt draufzahlen

Der Schlüssel zu einer langlebigen Anlage, sind die regelmäßige Wartung und Pflege. In der österreichischen Kälteanlagenverordnung ist eine jährliche Wartung ohnehin vorgeschrieben. Bei Systemen die mit Kältemitteln, die innerhalb der F-Gase-Verordnung liegen, arbeiten, muss teilweise auch öfter gewartet werden. „Es ist ähnlich wie bei einem Auto: Ein regelmäßiger Service ist notwendig, damit die Maschine funktionieren kann. Und bei einem Auto überspringt ja auch niemand den Service-Termin“, erklärt Harald Erös. Wer glaubt, mit einer ausgelassenen Wartung Kosten sparen zu können, irrt. Wer den Wartungstermin ignoriert, wird frühzeitig in eine neue Anlage investieren müssen und hat damit mehr Kosten als eine Wartung jemals bedurft hätte. Wenn die Anlage ausfällt, ist es zu spät, weiß auch Erös: „Ein Großteil der Industrieunternehmen hat mittlerweile Leute, die genau wissen wie sich ihre Maschinen anhören müssen. Bei Rundgängen fällt ihnen deshalb sofort auf, wenn ein Gerät Probleme macht“. Aber was tun, wenn die Anlage trotz aller Pflege ausfällt?

„Eine mögliche Lösung ist, mit Adiabatik nachzurüsten“, meint der Profi. Dabei handelt es sich vereinfacht beschrieben um Sprühdüsen, ähnlich den Wasserzerstäubern an Hotspots in Innenstädten, die die Umgebungsluft abkühlen. Sie nehmen Verdunstungsenergie auf und geben sie wiederum an die Umgebung ab. Bei einem erhöhten Kühlbedarf oder dem Ausfall der Anlage kann aber auch Mietkälte eine attraktive Lösung sein. Dabei werden zusätzliche Kälteanlagen zur Verfügung gestellt, womit der plötzliche Kühlbedarf zuverlässig gedeckt werden kann. Wenn die Temperaturen sinken oder die kaputte Anlage ersetzt wurde, kann das Mietverhältnis jederzeit aufgelöst werden. Damit ist die Kühlung in produzierenden Unternehmen jederzeit abgesichert.