Wärmepumpen-Vergleich

Welche Wärmepumpe ist die richtige?

Die Wärmepumpe gilt als Heizsystem der Zukunft und bringt eine vielversprechende Marktentwicklung mit sich. Immer mehr Haushalte setzen deshalb auf das nachhaltige Heizsystem. Doch nicht jede Wärmepumpe eignet sich für jedes Gebäude.

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Die Branchenprognose des Bundesverbandes Wärmepumpe zur Entwicklung der Wärmepumpe ist vielversprechend: Bis 2050 ist ein Anteil im Gesamtheizungsabsatz von rund 47 Prozent möglich. Welche Wärmepumpen sich für Bestandsgebäude und Neubauten am besten eignen, hat HLK zusammengefasst. 

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Österreichweit zählen Luft-Wasser-Wärmepumpen zu den meist verwendeten Wärmepumpen. Vor allem für Neubauten und sanierte Gebäude eignet sich dieses Heizsystem gut, aber auch gut gedämmte Bestandsbauten können mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt werden. Das System ist in der Installation sehr einfach und eignet sich auch für Gebäude ohne Garten. 

© Viessmann

Die Funktionsweise ist dabei relativ simpel: Ein Ventilator saugt Frischluft an und gibt diese an einen Verdampfer, der mit einem speziellen Kältemittel arbeitet, weiter. Der im Verdampfer entstandene Kältemitteldampf wird mithilfe eines Verdichters komprimiert. Durch den erhöhten Druck steigt die Temperatur an. Die bei diesem Prozess entstandene Wärme wird dann an den Wasserkreislauf des Heizsystems abgegeben. Das verwendet Kältemittel verdampft auch bei sehr geringen Temperaturen, wodurch die Luft-Wasser-Wärmepumpe bei bis zu minus 20 Grad verwendet werden kann.

Luft-Luft-Wärmepumpe

Luft-Luft-Wärmepumpen sind nur für Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser geeignet, da für die Verwendung eine kontrollierte Wohnraumlüftung benötigt wird. Die Wärme der Abluft aus der Lüftung wird verwendet, um Frischluft zu erwärmen. Dadurch wird kein Kältemittelkreislauf, sondern nur ein Wärmetauscher sowie eine Klein-Wärmepumpe benötigt. Je nach Ausstattung kann die Luft-Luft-Wärmepumpe auch für die Warmwasserbereitung genutzt werden. Anders als bei den restlichen Wärmepumpen, gibt es für dieses System in Österreich keine Förderung.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Bei diesem Heizsystem wird die im Grundwasser enthaltene Wärme genutzt, weshalb die Wärmepumpe auch Grundwasserwärmepumpe genannt wird. Dafür muss zunächst ein sogenannter Förderbrunnen bis zum Grundwasserspiegel gebohrt werden. Über eine Pumpe und Rohre wird das Grundwasser dann an die Wärmepumpe geleitet, wo dem Wasser mithilfe eines Kältemittels die Wärme entzogen wird. Ähnlich wie bei der Luft-Wasser-Wärmepumpe wird die Wärme dann verdichtet und zum Wärmetauscher geleitet, wo die thermische Energie an das Heizungswasser und somit an den Heizkreislauf abgegeben wird. 

© Viessmann

Das erkaltete Grundwasser wird dann über den sogenannten Schluckbrunnen zurückgeführt. Die Temperatur im Grundwasser liegt im Jahresverlauf konstant zwischen sieben und elf Grad, wodurch die Wasser-Wasser-Wärmepumpe meist unabhängig von den Außentemperaturen genutzt werden kann.

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Auch für die Sole-Wasser-Wärmepumpe muss gebohrt werden. Jedoch wird hier nicht die Wärme aus dem Grundwasser, sondern die Erdwärme genutzt. Ab einer bestimmten Tiefe, die abhängig von der Region ist, weist das Erdreich eine Grundtemperatur von zehn Grad Celsius auf. In der Regel werden für die Geothermie zwei 100 Meter tiefe und 50 bis 60 Zentimeter große Löcher in einem Abstand von mindestens sechs Meter senkrecht in den Boden gebohrt. Ein Garten ist für dieses Heizsystem ebenso unerlässlich wie für die Wasser-Wasser-Wärmepumpe. Durch die Löcher verlaufen dann die Erdwärme-Sonden. Bei den Sonden handelt es sich um Rohre, in denen eine Sole, ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel, zirkuliert. Die Sole nimmt die Erdwärme auf und gibt sie über einen Wärmetauscher an die Wärmepumpe ab. Die Wärmepumpe erhöht die Temperatur mechanisch und gibt sie an das Heizsystem weiter. 

© Viessmann

Anstelle von Erdsonden können auch Erdkollektoren für die Wärmegewinnung verwendet werden. Dabei wird ein Rohrsystem waagrecht unterhalb der Frostgrenze verlegt. In den Rohren zirkuliert wie in den Sonden Sole, die die thermische Energie aufnimmt und an den Wärmetauscher übergibt. Ob Erdsonden oder -kollektoren, beide Systeme sind in der Anschaffung erst einmal teuer und aufwendig. Dafür überzeugt die Geothermie mit sehr niedrigen Betriebskosten und einem guten Wirkungsgrad. 

Sanierung wird belohnt

Wer bei einer Sanierung von einem fossilen Heizsystem auf eine Wärmepumpe umsteigt, hat Anspruch auf den bundesweiten Raus aus Öl-Bonus in der Höhe von 5.000 Euro. Je nach Bundesland gibt es zusätzliche Förderungen für den Umstieg auf eine Wärmepumpe oder die Installation einer solchen im Neubau. In Wien sind beispielsweise Wasser-Wasser-Wärmepumpen, Sole-Wasser-Wärmepumpen und Luft-Wasser-Wärmepumpen für Raumheizung und Warmwasserbereitung förderungsfähig. 

Die endgültige Entscheidung über die richtige Wärmepumpe sollte in jedem Fall gemeinsam mit einem Energieberater getroffen werden. Dieser kann anhand genauer Gebäudeinformationen und Wohnort einen konkreten Plan für die richtige Technologie erstellen.

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