Zahlenspiele

Was Strom statt Heizöl an CO2-Einsparungen bringt

Alleine Strom kann Österreichs CO2-Ausstoß bis 2030 um ein Zehntel senken, hat der Branchenverband "Österreichs Energie" errechnet.

Allein die für den Stromsektor geplanten Maßnahmen - mehr Erzeugung aus erneuerbaren Quellen und eine flottere Umstellung auf E-Autos - kann Österreichs gesamten CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um mehr als ein Zehntel senken. Das rechnet der Präsident des Branchenverbandes "Oesterreichs Energie", Leonhard Schitter, im neuen "trend" vor. 2018 betrugen die Emissionen laut Umweltbundesamt 79,1 Mio. t.

7,5 Mio. Tonnen CO2 lassen sich laut Schitter durch die bis 2030 vorgesehene Mehrproduktion von Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen (Wind, PV, Wasser, Biomasse) pro Jahr einsparen. Bis dahin soll ja der heimische Strombedarf - bilanziell übers Jahr gerechnet - zur Gänze erneuerbar gedeckt werden. Das unterstellt eine Mehrproduktion von 30 Terrawattstunden (TWh) Strom im Jahr aus Erneuerbaren.

Weitere 1,5 Mio. t Kohlendioxid ließen sich pro Jahr einsparen, "wenn 2030 jeder dritte private Pkw elektrisch fährt", so Schitter. Strom statt Heizöl im Bereich Raumwärme und -kühlung würden rund 160.000 t an CO2-Emissionen pro Jahr einsparen. Weitere Einsparungen könnten durch die Förderung einer zentralen, hocheffizienten Fernwärmeversorgung gelingen.

Von den 79,1 Mio. t CO2-Emissionen 2018 in Österreich, um 3,8 Prozent weniger als 2017, entfielen laut Umweltbundesamt (UBA) u.a. 23,8 Mio. t auf den Verkehrssektor, 7,8 Mio. t auf den Gebäudebereich und 34,6 Mio. t auf die Industrie (inklusive Zertifikatehandel).

Bei dem von der E-Wirtschaft geplanten Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion um rund 30 auf 88 TWh müssen an Windkraft und Photovoltaik (PV) je 11 bis 13 TWh dazukommen, an Wasserkraft 6 bis 8 TWh - das ist soweit bekannt.

Bei PV müsse jedes Jahr bis 2030 so viel an Kapazitäten dazugebaut werden, wie heute insgesamt installiert sei, so Schitter. Bei Wind- und Wasserkraft wäre das Potenzial auch mit den zusätzlichen Mengen jeweils erst zu rund 60 Prozent genutzt, ohne Antasten von schützenswerten Landschaftsteilen, bei PV erst zu rund 35 Prozent. Ein derartiger Ausbaupfad sei auch für die Bevölkerung vertretbar, meint der Präsident der E-Wirtschaft. Weitere rund 2 TWh an Biomasse-Kraft-Wärme-Kopplung müssten gesichert werden, wünscht sich Schitter. Allein im Erzeugungssektor seien bis 2030 rund 30 Mrd. Euro an Investitionen nötig, dazu kämen noch Netze, smarte Systeme und Effizienz.

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