Lüftungstechnik

Warum die Digitalisierung der Lüftungstechnik stufenweise vorangehen muss

Die Digitalisierung der Lüftungstechnik müsse langsam vorangehen, damit Kunden und Installateure profitieren, ist Martin Edler von Dall’Armi, Geschäftsführer von Blauberg Ventilatoren überzeugt. Zwar sei der schnelle Umstieg auf smarte Geräte nicht ratsam, notwendig sei die Digitalisierung aber trotzdem.

Damit die Digitalisierung der Lüftungstechnik gelingen kann, muss sie in einem Tempo umgesetzt werden, das alle Beteiligten mitnimmt. 

Die smarten Eigenheime der Zukunft sind in der Idealvorstellung sowohl energieeffizient als auch für ihre Nutzer sehr bequem. So werden beispielsweise Fensterläden in Abhängigkeit von Temperatur und Sonnenstand gesteuert, die Kaffeemaschine lässt sich von unterwegs anschalten und der Kühlschrank meldet, welche Lebensmittel demnächst zur Neige gehen. Doch nicht in allen häuslichen Bereichen wird derzeit gleich viel Wert auf die Vorteile digitaler Technik gelegt: „Während die Digitalisierung im Wohnbereich kontinuierlich fortschreitet, bevorzugen viele Bewohner bei ihrer Lüftungsanlage noch immer eine manuelle Bedienung direkt über das Gerät“, erklärt Martin Edler von Dall’Armi, Geschäftsführer Blauberg Ventilatoren. Auch für die Installateure hat diese Präferenz gewisse Vorteile. „Mit diesen analogeren Geräten sind sie bereits vertraut, weshalb die Inbetriebnahme in der Regel routiniert und ohne zeitliche Verzögerungen erfolgt“, so von Dall’Armi weiter.

Digitalisierung stellt Installateure vor Herausforderungen

Sind die Haus- oder Wohnungsbesitzer dagegen technikaffiner, kommt früh der Begriff Smart Home ins Spiel, was Installateure häufig zunächst ratlos zurücklässt. Auch Thilo Maisberger, der vor fünf Jahren den elterlichen Betrieb übernommen hatte, wurde mit dieser Thematik konfrontiert. „Die Digitalisierung verändert auch die Lüftungsbranche“, erklärt Maisberger. „Früher oder später verlangt ein Auftrag die nähere Auseinandersetzung mit diesem Thema und den dortigen Standards. Mit denen muss man sich dann einfach auskennen, bevor ein solcher Auftrag angenommen werden kann.“ Doch die Hürden sind nicht bei allen Herstellern gleich hoch. Bei der Umsetzung von Projekten arbeitet der Installateur schon länger mit Blauberg zusammen und hat dabei eine wesentliche Erfahrung gemacht: „Es muss nicht von null auf hundert sein. Manche Hersteller wie Blauberg haben Lüftungsanlagen entwickelt, die eine stufenartige Herangehensweise an die Digitalisierung haben. Die Geräte lassen sich vollständig in ein Smart Home-System einbinden, können aber auch sehr einfach über eine App und das geräteeigene WLAN gesteuert werden. Und wer nichts von moderner Technik – sprich: mobilen Endgeräten – wissen will, bedient via Fernbedienung oder Steuerung direkt am Gerät.“

Dieses stufenweise Vorgehen bietet nicht nur Hausbesitzern Vorteile, die weg von der analogen Steuerung möchten, für die die Einrichtung eines Smart Home-Systems aber zu weit führt. Auch die Installateure selbst profitieren von der „sanften“ Digitalisierung – denn so können sie sich schrittweise an die Thematik annähern, um sich mit der Technik vertraut zu machen. „Für uns ist es wichtig, dass wir bei der Produktentwicklung sowohl die Bedürfnisse der Hausbesitzer als auch die Belange der Installateure immer im Blick haben“, erläutert von Dall’Armi. „Deshalb entwickeln wir die Geräte so, dass sie von analog bis Smart Home eine weite Bandbreite abdecken können. Dabei lassen sie sich trotzdem schnell und unkompliziert installieren und sind einfach zu bedienen und zu warten.“

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Viele Stufen mit einem einzigen Gerät realisierbar

Dieses Konzept stand bereits bei der Entwicklung der Vento-Serie im Vordergrund: Die dezentrale Einzelraumlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wurde regelmäßig an die aktuellen Trends angepasst. Während die Steuerung beim ersten Modell lediglich analog über das Gerät selbst oder eine Infrarotfernbedienung möglich war, wurden die Funktionen beim nachfolgenden Vento Expert nach und nach erweitert, sodass die nächste Generation bereits über geräteeigenes WLAN verfügte und dadurch die Bedienung über eine App ermöglichte. Für die Einrichtung und Inbetriebnahme musste der Installateur jedoch zwingend ein Notebook mit auf die Baustelle bringen. „Bei der aktuellen Generation dagegen reicht es, wenn ich mein Tablet und einen Schraubenzieher dabeihabe, um die DIP-Schalter am Gerät richtig zu positionieren und die Geräte zu vernetzen“, berichtet Maisberger. „Dadurch kann ich gemäß dem frühzeitig von Blauberg erstellten Planungsvorschlag den Geräten einen Master- und Slave-Status zuweisen und einstellen, welche Geräte zu Beginn im Zuluft- beziehungsweise Abluftbetrieb arbeiten sollen.“ 

Der Vento Expert A50-1 S10 W V.2 ist darüber hinaus für die Realisierung weiterer Digitalisierungsstufen, wie die Einbindung in das hauseigene WLAN, geeignet. Für Wohnungsbesitzer bedeuten die Neuerungen, dass sie unter anderem einen detaillierten Wochenplan in der App erstellen und somit ihre Lüftung energieeffizient auf ihre Bedürfnisse einstellen können. Außerdem wird in der App der nächste anstehende Filterwechsel angezeigt, der dort auch wieder zurückgesetzt werden kann. Ebenso kann die Anlage über eine Cloudlösung auch von unterwegs bedient werden. „Auf Basis der Rückmeldungen der Anwender optimieren wir auch kontinuierlich unsere zentralen und dezentralen Lösungen für einen noch höheren Installations- und Bedienkomfort“, erläutert von Dall’Armi.

Smart Home-Spezialisten übernehmen abschließende Arbeitsschritte

Beim Neubau eines Einfamilienhauses erhielt Maisberger schließlich den Auftrag, Lüftungsanlagen mit der höchsten bislang realisierbaren Digitalisierungsstufe zu verbauen: Um die Anforderungen des Bauherrn zu erfüllen, sollten dezentrale Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz kommen, welche energieeffizient arbeiten, DIN 1946-6-konform sind und digital miteinander vernetzt werden können. Ebenso sollte die spätere Einbindung in ein Smart Home-System möglich sein. Auch dieses Szenario bedachte Blauberg bereits bei der Entwicklung der neuen Vento Expert-Generation. 

Bei den Vorarbeiten stellte Maisberger schnell fest, dass die Smart Home-Anbindung nur in Zusammenarbeit mit einem darauf spezialisierten Unternehmen gelingen würde. Für den Installateur bedeutete diese Vorgehensweise, dass er sich auch weiterhin auf seine Kernaufgaben konzentrieren kann und sich nicht erst umfassend in die Einrichtung von Smart Home-Systemen einarbeiten muss. Ihm blieben lediglich die in einem früheren Baustadium üblichen Einbauarbeiten sowie die spätere Vernetzung und die Definierung von zusammengehörigen Geräten, wie er sie bereits bei früheren Projekten regelmäßig und routiniert durchgeführt hatte. „Die Einrichtung und Inbetriebnahme der Geräte kosteten mich nur wenig Zeit“, berichtet Maisberger. „Die grundlegenden Arbeiten von meiner Seite sind damit in diesem Stadium bereits abgeschlossen und ich übergebe das Projekt an einen IT-Spezialisten. Vor allem bei Neubauten ist zu diesem Zeitpunkt des Baufortschritts noch kein hauseigenes WLAN vorhanden, weshalb der letzte Schritt, die Einbindung in das Smart Home-System, auch noch nicht realisiert werden kann.“ In der Installationsanleitung der dezentralen Geräte hat Blauberg dafür alle nötigen Informationen zur Schnittstellen-Programmierung hinterlegt, sodass Smart Home-Spezialisten das System zur gegebenen Zeit zügig einrichten können. 

Digitalisierung fördert engere Zusammenarbeit zwischen den Gewerken

Maisberger, der die Digitalisierung zu Beginn noch mit der Sorge betrachtete, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein, ist inzwischen von den Vorteilen überzeugt. „Die Einrichtung und Inbetriebnahme der Anlagen hat sich als einfacher herausgestellt als zunächst angenommen – vor allem, da die Geräte bereits aus früheren Projekten bekannt waren, was zu einer deutlichen Zeitersparnis beiträgt“, so der Installateur. „Falls es doch zu Rückfragen kommt, ist der Service von Blauberg außerdem sehr gut und ohne Warteschleife zu erreichen.“ Auch der Komfort für Haus- und Wohnungsbesitzer hat sich durch die zahlreichen neuen Funktionen und die Steuerung per App spürbar erhöht. Deutliche Veränderungen sieht Maisberger in der Zusammenarbeit mit anderen Gewerken. „Durch die Digitalisierung entstehen auch im Baugewerbe immer mehr Schnittstellen zu anderen, eher technisch ausgerichteten Branchen. Um die Kosten möglichst niedrig zu halten, müssen die Unternehmen deshalb bereits frühzeitig in der Planungsphase offen miteinander kommunizieren und sich während des gesamten Bauprozesses regelmäßig untereinander abstimmen“, so Maisberger abschließend.

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