Infos zum Strompreisindex

Warum der Strompreis momentan so hoch ist

Im Februar 2018 steigt der Strompreisindex um 2,6 Prozent und ist damit so hoch wie zuletzt im April. Wie sich der Index zusammensetzt und warum er gerade jetzt so hoch ist.

Von

Was sagt der österreichische Strompreisindex aus? Ist der Strom wirklich so teuer wie es scheint? HLK hat die Antworten auf diese Fragen.

Um 2,6 Prozent steigt der österreichische Strompreisindex ÖSPI im kommenden Februar. Damit befindet er sich auf dem höchsten Stand seit Juli 2015. HLK klärt deshalb die wichtigsten Fragen zum österreichischen Strompreisindex.

Wie setzt sich der Strompreisindex zusammen?

Berechnet wird der ÖSPI nach einer standardisierten Methode an der Energie-Börse EEX in Leipzig. Durch eine Analyse des Marktpreises für Strompreis-Futures der kommenden vier Quartale, kann die zu erwartende Entwicklung des Strompreises errechnet werden. Ausgangsbasis für die Berechnungen sind die durchschnittlichen Strompreise aus dem Jahr 2006.

Worüber gibt der ÖSPI Auskunft?

Der österreichische Strompreisindex gibt an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis für Strom im kommenden Monat im Vergleich zu der Basisperiode, dem Vormonat und dem Vorjahr entwickelt. Der ÖSPI fungiert somit als Richtlinie für den Vergleich der Strompreise. Im Jänner 2018 lag der Index bei 62,77 Punkten, für den Februar wird er auf 64,38 Punkte angehoben. So hoch war der Index zuletzt im Juli 2015.

Wann war der ÖSPI am höchsten?

Im Jänner 2009 erreichte der österreichische Strompreisindex einen Höhepunkt: 147,84 Punkte. Der Grund für den Ausschlag war die Finanzkrise. Durch die gute wirtschaftliche Situation vor der Krise erhöhte sich die Nachfrage nach Strom und die Strompreise stiegen. Bereits im Dezember 2007 begannen die Preise zu steigen, bevor sie im Jänner 2009 ihr Maximum erreichten. Nach dem Eintritt der Finanzkrise wurde die Nachfrage wiederum geringer, weshalb auch die Strompreise wieder stark fielen. 

© Austrian Energy Agency

Im Jänner 2009 war der ÖSPI deutlicher höher als zurzeit. Grund dafür: Die Finanzkrise.

Warum war der Strom im Juli 2015 so teuer?

Im Juli 2015 lag der österreichische Strompreisindex bei 64,92 Punkten. Zu der Zeit wurde dieser Index nicht als hoch, sondern als niedrig betrachtet. Nach dem Jänner 2009 sank der Index nämlich stetig und im Juli 2015 erreichte er eben diese 64,92 Prozent. Grund für die Abnahme des Indexes war die entspanntere finanzielle Situation am Markt, sowie die Zunahme von erneuerbaren Energien.

© Austrian Energy Agency

Der Strompreisindex im Juli 2015 war vergleichsweise sehr gering.

Wieso ist wird der Strom ab Februar teurer?

Mit 48,93 Punkten war der ÖSPI im November 2016 sehr niedrig. Seither nimmt der Index wieder stetig zu, so auch im Februar. Dies liegt vor allem an den Spekulationen der Börse und an der Unsicherheit des Marktes. Der Strompreisindex kann jedoch auch schnell wieder niedriger werden, da er eben stark von Angebot und Nachfrage abhängig ist und sich der österreichische Markt stets weiterentwickelt.

Was heißt das für den Endverbraucher?

Für den Endstromverbraucher macht sich der erhöhte Strompreis auf der Rechnung weniger bemerkbar, da es einen Unterschied zwischen dem reinen Strompreis und der so genannten Haushaltsenergie gibt. Bei der Haushaltsenergie summieren sich Strompreis, Netzgebühr, Steuern und Abgaben, wodurch der erhöhte Strompreisindex auf der Abrechnung nur einen Bruchteil ausmacht und damit weniger ins Gewicht fällt. Da derzeit noch keiner der großen Landesenergieversorger Tarifanpassungen in Aussicht gestellt hat, könnte es außerdem sein, dass die Tarife im Laufe des Jahres an die gestiegenen Stromhandelspreise angepasst werden. Dadurch können Abgaben beim Strom verringert und so auch die Kosten wieder gesenkt werden.

Folgen Sie der Autorin: @Ott_Magdalena