Energieautonomie

Wallner zu Vorarlberger Energieautonomie: "Nicht am Ziel, aber auf gutem Weg"

Der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner zeigt sich gegenüber der landesweiten Energieautonomie bis 2050 optimistisch. Auch die für 2030 festgelegten CO2-Ziele sollen erreichbar sein. Worauf es jetzt ankommt.

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Zu den CO2- und Klimazielen des Bundeslandes zeigt sich der Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner zuversichtlich. 

Die Vorarlberger Landesregierung ist optimistisch, die für 2030 festgelegten CO2-Ziele - als nächste Etappe auf dem Weg zur Energieautonomie 2050 - zu erreichen. "Wir sind nicht am Ziel, aber auf gutem Weg", erklärte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) am Dienstag nach der Regierungssitzung in einer Zwischenbilanz.

Vorarlberg bekannte sich bereits 2009 zur Energieautonomie bis 2050. Die nächste Etappe bis 2030 kann laut einem Monitoringbericht der Fachhochschule Vorarlberg und des Energieinstituts erfolgreich sein, wenn in allen Sektoren entsprechend den gesetzten Zielen der Energiebedarf gesenkt und mehr erneuerbare Energie eingesetzt wird. Die Energieautonomie werde auch in Corona-Zeiten "mit großer Intensität weiterverfolgt", bekräftigte Wallner.

Energiebedarf steigt

Laut dem Bericht ist der Energiebedarf in Vorarlberg von 2005 bis 2018 um 2,7 Prozent gestiegen. Das zeige, wie ehrgeizig das Vorhaben des Landes sei, sagte Wallner, wenn man nicht gegengesteuert hätte, wäre der Zuwachs aber viel höher gewesen: Die Bevölkerung nahm in diesem Zeitraum um 31.600 Personen (8,8 Prozent) zu, die Zahl der Autos um 45.000 (26 Prozent). Die Wohnfläche wuchs um 16 Prozent, das Bruttoregionalprodukt um 45 Prozent.

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Den größten Energieverbrauch verzeichnete 2018 wie auch in den Jahren zuvor der Gebäudebereich mit 40 Prozent, gefolgt von Industrie (27 Prozent) und Mobilität (24 Prozent). Die Mobilität ist laut Wallner auch das "Sorgenkind", das Vorarlberg "am meisten zu schaffen" mache. Landesrat Johannes Rauch (Grüne) unterstrich, man müsse hier "alle Schrauben drehen". Man setze auf die E-Mobilität als Brückentechnologie und auf Anreize für die Nutzung des öffentlichen Verkehrs, sowohl in der Infrastruktur als auch im Angebot: "Man steigt nicht um, weil es brav, grün und löblich ist, sondern wenn Angebot, Preis und Qualität passen."

Der Ausbau der erneuerbaren Energieträger im Land gehe erfreulich gut voran, berichtete Wallner. Die Photovoltaik sei "explodiert", auch beim Holz gebe es einen starken Anstieg. Besonders bei der Wasserkraft bestehe noch viel Ausbaupotenzial. Rauch unterstrich hier besonders die Bedeutung des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes des Bundes, das 2021 in Kraft treten soll. Wallner forderte, dass Förderungen aus diesem Gesetz auch in den Westen und damit in die Wasserkraft fließen müssten, die entsprechenden Gespräche mit dem Bund liefen gut.

In der Industrie orteten Wallner und Rauch ein hohes Problembewusstsein und große Bereitschaft, in Technologien wie Photovoltaik zu investieren - auch, weil das in der Unternehmenspositionierung eine zunehmende Rolle spiele. Positiv bewerteten beide den spürbaren Rückgang bei den Ölheizungen, dieser müsse weiter vorangetrieben werden. (apa/red)

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