Gegen Erneuerbare

Vertretung der Papierindustrie will Erneuerbaren Strom abdrehen

Die österreichische Papierindustrie fordert eine Absenkung des Ökostromzuschlags um 50 Prozent. Das würde das Aus für die Klimaschutzziele der Regierung bedeuten.

Von 800 Millionen auf 400 Millionen Euro will die österreichische Papierindustrie den Ökostromzuschlag absenken. 

Bei ihrem Jahresbericht hat die Vertretung der österreichischen Papierindustrie von neuerlichen Rekordergebnissen bei Umsatz und Gewinn berichtet. Trotzdem fordert sie eine Absenkung des Ökostromzuschlags von rund 800 Millionen auf 400 Millionen Euro. Dies würde praktisch eine Einstellung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien bedeuten und somit den Klimaschutzzielen der Regierung und von Bundesministerin Köstinger und Bundesminister Hofer einen Todesstoß versetzen. Eine derartige Forderung bedeutet die Verabschiedung einer wichtigen Branche in Österreich von der Verantwortung für das vordringliche Staatsziel Klimaschutz. „Es ist sehr bedauerlich, dass eine so erfolgreiche und für Österreich wichtige Branche wie die Papierindustrie mit derartig radikalen Forderungen versucht den Klimaschutz in Österreich zu konterkarieren“, meint der Präsident des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich, Peter Püspök.

Der Dachverband begrüßt hingegen die Vorschläge zur besseren energetischen Nutzung der Abwärme in der Industrie. Ebenso unterstützt der Verband die Anregung der Papierindustrie die Teilnahme an den Märkten für Regel- und Ausgleichsenergie zu ermöglichen.  „Wenn man für eigene Beiträge zum Klimaschutz Förderungen verlangt, aber nicht bereit ist selbst Beiträge für die Allgemeinheit zu leisten, ist man unglaubwürdig“, meint Peter Püspök. „Es ist zu hoffen, dass sich die maßgeblichen Kräfte in der Industrie ihrer Mitverantwortung für die Lösung des Klimaproblems stellen und konstruktiv an der Umsetzung der Klimaschutzziele der Bundesregierung mitarbeiten. Wir alle dürfen uns unserer historischen Verantwortung nicht entziehen“, meint Püspök abschließend.

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