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South Stream Gaspipeline startet Ende 2016 in Österreich

Beim Besuch des russischen Staatspräsidenten Vladimir Putin wurde am 24. Juni in Wien die Aktionärsvereinbarung für die South Stream Austria Gmbh von Alexey Miller, Vorstand des Gazprom Management Committee, und Gerhard Roiss, Generaldirektor der OMV, unterzeichnet.

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Vertragsunterzeichnung zwischen

OMV-Generaldirektor Gerhard Roiss (l.)

und Alexey Miller, South Stream Austria.

Bild: OMV/Lukas Dostal

Das Abkommen sieht die Zusammenarbeit der Beteiligten vor, den österreichischen Abschnitt der South Stream Gaspipeline mit einer jährlichen Kapazität von 30 bis 32 Mrd. Kubikmeter Erdgas von der ungarischen Grenze bis zum Endpunkt in Baumgarten zu errichten.

Als Teil der Vereinbarung wurde auch die finale Investitionsentscheidung auf Basis gemeinsam beschlossener Kriterien für den Pipeline-Bau in Österreich getroffen. Ebenso wurde ein Maßnahmenplan für 2014 - 2016 unterzeichnet.

Die Vertragsparteien erwarten die entsprechenden Baugenehmigungen bis Ende 2015. South Stream soll Ende 2016 in Österreich in Betrieb gehen.

„South Stream wird von den größten Energieunternehmen unterstützt. Die Vereinbarung mit der OMV ist ein wichtiger Schritt, um neue transeuropäische Transportrouten für Erdgas aufzubauen. South Stream gewährt damit ab dem kommenden Jahr zusätzliche Verlässlichkeit und Flexibilität russischer Gaslieferungen an die europäischen Märkte“, sagte Alexey Miller.

„Die heutige Vereinbarung bringt unsere Partnerschaft, die seit rund 50 Jahren besteht, auf eine nächste Ebene. Mit dem South Stream Projekt gewährleisten Gazprom und die OMV Versorgungssicherheit für Europa, ganz besonders für Österreich. Dieser Vertrag stärkt die Rolle von Baumgarten als wichtiger Erdgas-Hub für Europa", erklärte Gerhard Roiss.

Hintergrundinformation

South Stream ist Gazproms globales Infrastrukturprojekt, bei dem eine Gaspipeline mit einer Kapazität von 63 Mrd. Kubikmetern errichtet wird, die durch das Schwarze Meer sowie Süd- und Mitteleuropa führt. Die South Stream dient auch dem Ziel, die Erdgas-Exportrouten zu diversifizieren und Transitrisiken zu eliminieren. Erste Gaslieferungen via South Stream werden für Ende 2016 erwartet. Bis dahin müssen allerdings auch noch rechtliche Hürden gemeistert werden, denn die EU will sichergestellt sehen, dass auch andere Anbieter ihr Gas durch die Pipeline transportieren dürfen. 2018 soll die South Stream Gaspipeline ihre volle Kapazität 2018 erreichen.

Im Jahr 2010 wurde ein Regierungsabkommen für die Implementierung des Projekts in Österreich unterzeichnet. Im Jahr 2011 gründeten Gazprom und die OMV die gemeinsame Projektgesellschaft South Stream Austria GmbH für den Bau von South Stream in Österreich. Am 29. April 2014 unterzeichneten Gazprom und die OMV eine Absichtserklärung, das South Stream Projekt in Österreich mit einer jährlichen Erdgas-Kapazität von bis zu 32 Mrd. Kubikmetern und dem Endpunkt im niederösterreichischen Baumgarten zu errichten.

Die OMV ist Gazproms wichtigster Geschäftspartner in Österreich. Seit 1968 wurden mehr als 187 Mrd. Kubikmeter russisches Erdgas nach Österreich geliefert, 5,2 Mrd. Kubikmeter davon im Jahr 2013.

Die South Stream ist quasi das südliche Gegenstück der bereits bestehenden Nord Stream Gaspipeline, die durch zwei Leitungsstränge bis zu 55 Mrd. Kubikmeter Erdgas pro Jahr von Russland nach Deutschland bzw. Europa transportieren kann.

Die ursprünglich von der EU bevorzugte Nabucco-Gaspipeline, die von Aserbaidschan nach Österreich verlaufen hätte sollen und die im sehenswerten Dokumentarfilm "Gas-Monopoli" eine zentrale Rolle spielte, ist im Vorjahr endgültig gescheitert.