Wärmepumpe

So wird sich die Wärmepumpe bis 2050 entwickeln

Die Zukunft des Wärmepumpensektors liegt in den Händen der Politiker, wie eine neue Branchenprognose zeigt. Um das Potenzial der Technologie richtig nutzen zu können, müssen die politischen Rahmenbedingungen schnellstens angepasst werden. Was sich ändern muss.

Bis 2050 könnte es in Deutschland rund acht Millionen Wärmepumpen geben - oder aber nur 3,7 Millionen.

Der Bundesverband Wärmepumpe veröffentlichte nun die Branchenprognose für den Wärmepumpenmarkt. Neben einer differenzierten Absatzdarstellung beinhaltet die Studie auch eine Prognose für den Wärmepumpenmarkt in zwei Szenarien bis 2050. 

Bisherige Marktsituation

Seit 2016 wächst die Wärmepumpentechnologie jährlich um rund 17 Prozent. In Deutschland werden 799.000 Geräte für das Heizen und 261.000 Wärmepumpen für die Warmwasserbereitung genutzt. Damit liegt der Anteil der Wärmepumpen im deutschen Heizungsbestand bei vier Prozent. Vor allem im Neubau ist die Wärmepumpe beliebt: 2017 wurden in 43 Prozent der Wohngebäude Wärmepumpen genehmigt. Gründe für den Wachstumstrend sind, neben der aktuell guten Baukonjunktur, die in der Energieeinsparverordnung 2016 verschärften Anforderungen an die Gebäudeeffizienz sowie die seit 2015 verbesserte Förderung im Marktanreizprogramm.

Prognose in zwei Szenarien

Die Marktentwicklung bis 2050 zeigt der Verband in zwei Szenarien. In einem konservativen Szenario, bei dem die aktuellen Rahmenbedingungen weitergeführt werden, zeigt sich in den nächsten Jahren lediglich ein Anwachsen des Wärmepumpenbestandes auf rund 3,7 Millionen Geräte. Das entspricht jedoch bei Weitem dem Potenzial, das die Technologie mit sich bringt.

Im progressiven Szenario rechneten die Studienverfasser daher aus, wie sich der Wärmepumpenmarkt mit einigen Änderungen der derzeitigen Maßnahmen entwickeln könnte. Für den schnelleren Ausbau der Technologie braucht es laut Autoren eine verbesserte Förderungen für erneuerbare Wärmeerzeuger, eine Entlastung des Energieträgers von Steuern, Entgelten und Umlagen, die Bepreisung von CO2, ein flexibles Strompreissystem sowie die Weiterentwicklung der energetischen Standards. Werden diese ambitionierten Maßnahmen umgesetzt, ist bis 2050 mit mehr als acht Millionen Wärmepumpen zu rechnen. Dadurch käme es zu einem Anteil im Gesamtheizungsabsatz von rund 47 Prozent. Bis 2050 könnten damit mehr als 30 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. 

Ziele dennoch nicht ambitioniert genug

Um einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, wie es der Klimaschutzplan vorsieht, wäre allerdings ein Gerätebestand von etwa 16 Millionen Wärmepumpen erforderlich – so aktuelle Studien, wie Wärmewende 2030 der Agora Energiewende und Klimapfade für Deutschland des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Von Politik und Gesellschaft wäre dazu allerdings ein massives Umlenken zu mehr Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Wärmemarkt erforderlich. Das Ziel muss sein, Wärmepumpen zum eindeutigen Standardheizsystem in Neubau und Bestand zu machen.

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