EU-Ausbaurekord

So viel Windkraftleistung gab es noch nie

Knapp 16.000 Megawatt Windkraftleistung wurden im vergangenen Jahr in der EU zugebaut. Rund zwölf Prozent des europäischen Stromverbrauchs können bereits mit der Energie aus Windrädern gedeckt werden. Die Zukunft der Windkraftwerke über 2020 hinaus ist jedoch trotzdem ungewiss.

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Die Windenergie gewinnt an Prozenten in der Gesamtkraftwerksleistung der EU und liegt nur noch knapp hinter der Atomkraft.

2017 wurde in der EU mit knapp 16.000 MW Windkraftleistung so viel zugebaut wie in keinem Jahr zuvor. Außerdem konnten alle Kraftwerke für erneuerbare Energie 85 Prozent des Kraftwerkzubaus in der EU für sich verbuchen.

Nur noch geringer Vorsprung der Atomkraft

Insgesamt stehen in der EU Windräder mit einer Gesamtleistung von knapp 170.000 Megawatt Gesamtleistung, die bereits zwölf Prozent des europäischen Stromverbrauchs decken. Die Atomkraft hat nur mehr einen Anteil an der Kraftwerksleistung von gut 13 Prozent und die Kohle von knapp 16 Prozent. 60 Prozent der seit 2000 errichteten Kraftwerksleistung wurde von erneuerbaren Energien bereitgestellt.

Während 2016 noch in 21 Ländern der EU Windräder errichtet wurden, waren es 2017 nur noch 17 Mitgliedsstaaten. Hauptsächlich konzentriert sich der Windkraftausbau aber auf drei Staaten: In Deutschland, Großbritannien und Frankreich erfolgten 80 Prozent des Windkraftzuwachses.

Unsichere Zukunft für Windenergie

In diesen drei Ländern wurde kürzlich das Fördersystem umgestellt und die Betreiber mussten ihre Projekte schnell umstellen. „Der Umstieg auf Ausschreibungen verläuft viel chaotischer als wir hofften. Von den meisten Regierungen fehlt es darüber hinaus an Klarheit, wie es nach 2020 mit dem Windenergieausbau weitergehen soll“, erklärt Giles Dickson, Geschäftsführer des europäischen Windenergieverbandes Windeurope.

Gerade werden die wesentlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau von erneuerbaren Energien in der EU neu festgelegt. „Hier bedarf es Österreich als starken Fürsprecher für die erneuerbaren Energien. Österreich muss sich so wie das EU-Parlament für ein höheres EU-Ziel von mindestens 35 Prozent erneuerbare Energien im Jahr 2030 aussprechen. Leider ist das unverständlicher Weise bisher nicht erfolgt“, ergänzt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft.

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