Energie

So soll Holz die Strompreise senken

Der stetige Anstieg der Strompreise soll laut Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger durch die vermehrte Nutzung von Biomasse abgebremst werden können. Für die Umsetzung dieser Idee, fordert er rasche Maßnahmen der Politik.

Durch die Nutzung von Biomasse als Energieträger sollen die Strompreise gesenkt werden können. 

Anhaltende Trockenheit, lang dauernde Windstille oder Tage ohne Sonnenlicht in der dunkleren Jahreszeit setzen der Stromerzeugung jedes Mal enorm zu, wie derzeit bei Wasserkraft- und Windstrom-Erzeugern zu sehen ist. Um die Stromnetze stabil halten zu können, müssen fossile Gaskraftwerke einspringen. Das hat zur Folge, dass der Marktpreis für Strom steigt – seit Jahresbeginn um 100 Prozent. Es bedeutet aber auch, dass mit Erdgas jener fossile Rohstoff eingesetzt wird, der den Klimawandel noch weiter anheizt. Aus diesem Teufelskreis muss rasch ein Ausweg gefunden werden.

Die Lösung heißt Strom aus Biomasse, konkret aus Holz. Diese Kraftwerke liefern immer Strom, auch bei Dürre, Flaute oder Dunkelheit. Doch gerade die Holzkraftwerke kämpfen in Österreich ums Überleben. "Wir brauchen daher umgehend wirtschaftliche Nachfolgetarife, um diese saubere, umweltfreundliche und sichere Stromerzeugung abzusichern. Denn man kann nicht immer nur von der Energiewende reden, man muss Taten setzen", stellte Landwirtschaftskammer Österreich-Präsident Josef Moosbrugger fest. Er ergänzte: "Diese Kraftwerke sind zudem multifunktional. Sie liefern nicht nur Strom, sondern auch Wärme und das unabhängig vom jeweiligen Wetter oder der jeweiligen Jahreszeit."

Förderbedarf für Ökostrom sinkt

Die Grundlage für die Ökostromförderung für das dritte Quartal 2018 liegt bei 45,14 Euro pro Megawattstunde. Im ersten und zweiten Quartal 2018 waren es rund 38 beziehungsweise 37 Euro pro Megawattstunde. Aktuell liegen die Marktpreise für Strom an der Leipziger Strombörse bei zirka 66 Euro pro Megawattstunde. Für das vierte Quartal ist ein weiterer Anstieg der Strompreise zu erwarten. Demnach sinkt der Förderbedarf für Ökostrom.

"Wir brauchen eine schnelle Lösung für die bestehenden Holzkraftwerke in Form von wirtschaftlichen Nachfolgetarifen. Ohne diese nachhaltigen Kraftwerke würde sich der Strommangel auch im Sommer zusehends verstärken. Im Winter werden ohnehin schon an manchen Tagen bis zu 85 Prozent des benötigten Stroms vorwiegend aus Braunkohle- und Atomkraftwerken importiert. Das kann nicht das Ziel einer nachhaltigen Energiepolitik sein. Eines ist ganz klar: Ohne Stromerzeugung aus Holzkraftwerken wird die Zielsetzung, bis zum Jahr 2030 in Österreich auf 100 Prozent Ökostrom zu kommen, nicht möglich sein", so Moosbrugger abschließend.

Folgen Sie HLK auf Twitter: @HLKmagazin

Verwandte tecfindr-Einträge