Ausbildung

Salzburger forschen an mehr Sicherheit bei der Energiewende

Energiesysteme werden immer mehr zu digitalen Knotenpunkten. Doch diese Vernetzung birgt auch Risiken für die Privatsphäre von Verbrauchern. Salzburger Wissenschaftler wollen nun mehr Datensicherheit für Energiesysteme erreichen - mit einem neuen Forschungszentrum.

Forschen gemeinsam an sicheren Energiesystemen (v.l.n.r.): Wolfgang Schneider (Siemens), Roland Wernik (Salzburg Wohnbau), Walter Tenschert (Salzburg Netz), und ZSE-Leiter Dominik Engel (FH Salzburg).

Soll die Energiewende gelingen, sollen Systeme für Wärmeerzeugung, für Kühlung und Lüftung von Gebäuden insgesamt umweltfreundlicher und sparsamer werden, wird das ohne Optimierung des Energieverbrauchs, ohne intelligente Vernetzung von Systemen und ohne digitale Steuerungstechnik nicht gehen. Doch wenn der Heizkessel oder die Klimaanlage mit dem Web verbunden sind, um sich relevante Daten zu holen, oder sie zu liefern, können auch Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten des Verbrauchers gezogen werden. 

„Der Einsatz von IKT bringt immer auch neue Angriffsmöglichkeiten für Hacker mit sich. Zukünftige Stromnetze müssen gegen solche Attacken von außen umfassend abgesichtert werden. Es gilt, persönliche Informationen der Kunden und deren Privatsphäre zu schützen", sagt Dominik Engel, IT-Experte und Forscher an der FH Salzburg.

Genau hier setzt das nun gegründete Zentrum für sichere Energieinformatik (ZSE) an. Am ZSE wird an Schutzmechanismen geforscht; sowohl für die Privatsphäre, als auch gegen Angriffe von außen. "Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die notwendige Funktionalitäten, um etwa erneuerbare Energiequellen zu integrieren, nicht beeinträchtigt werden“, so Engel weiter. 

https://www.youtube.com/watch?v=AAcTqayC64g

Gemeinsam mit der Salzburg Research Forschungsgesellschaft und den Unternehmenspartnern arbeiten im ZSE 17 Forscher an der Digitalisierung zukünftiger Energiesysteme und ihrer Absicherung gegen externe Angreifer und Datenmissbrauch.  

Erster Erfolg dabei war die vom ZSE entwickelte Toolbox für SGAM (Smart Grids Architektur Modell). Vereinfacht gesagt: was für den Häuslbauer das CAD-Programm ist, erledigt in der digitalisierten Energiewirtschaft nicht mehr Papier und Bleistift, sondern eben die SGAM-Toolbox. Diese Entwicklung aus Salzburg ist bereits international im Einsatz, von mitteleuropäischen Stromnetzbetreibern bis nach Kanada. 

Drei Leitbetriebe waren von Anfang an am Forschungszentrum der FH Salzburg beteiligt: Der Energieversorger Salzburg Netz, Salzburg Wohnbau und Siemens. „Digitalisierung, Dekarbonisierung und Dezentralisierung treiben die Energiewende an und lassen Strom schon heute zur wichtigsten Energieform aufsteigen. Damit werden Energieversorger und Netzbetreiber in Zukunft noch stärker zur zentralen Drehscheibe", so Salzburg Netz-Chef Walter Tenschert.