Schnelle Wende

Niederösterreich ist Vorreiter bei der Wärmewende

Dass sich Niederösterreich nicht nur mit dem Weinanbau auskennt, zeigt jetzt der Energiewende-Check des Österreichischen Biomasse-Verbandes. Durch diese Maßnahmen ist das Bundesland allen anderen einen Schritt voraus.

Windkraft, Wärme, Weinbau: Niederösterreich konzentriert sich auf das Wesentliche. 

In ihrer Klima- und Energiestrategie #mission 2030 hat die Bundesregierung den Ausstieg aus Ölheizungen im Neubau ab spätestens 2020 beschlossen, 2025 soll der Bestand folgen. Niederösterreich ist bereits frühzeitig mit gutem Beispiel vorangegangen, wie aus dem Energiewende-Check des Österreichischen Biomasse-Verbandes hervorgeht. Denn in Niederösterreich wurde ein solches Ölkesselverbot schon vor über einem Jahr im Landtag beschlossen. Mit 1. Jänner 2019 tritt es in Kraft.

In den letzten zwölf Jahren ist die Nutzung von Heizöl zur Beheizung der Wohnräume in Niederösterreich bereits um 40 Prozent zurückgegangen. Auch die Anzahl der mit Öl heizenden Haushalte sank zeitgleich von 140.000 auf 92.000. Hinter Holzbrennstoffen (43,2 Prozent) und Erdgas (30,2 Prozent) ist Heizöl (16,6 Prozent) mengenmäßig nur mehr der drittwichtigste Energieträger der Haushalte. 234.000 Haushalte in Niederösterreich heizen mit Erdgas. Den größten Anstieg seit 2003 gab es bei Solarthermie und Wärmepumpen sowie bei Fernwärme. 

Fernwärme dank Biomasseanlagen verdoppelt 

Niederösterreich hat seit 2005 seine Fernwärmeproduktion verdoppelt, was vor allem dem Ausbau von Biomasse-Heizwerken und -Heizkraftwerken zu verdanken ist. In Niederösterreich gibt es mittlerweile 636 Biomasse-Heizwerke und 29 Biomasse-KWK-Anlagen. Damit erzeugt Niederösterreich knapp hinter Wien die zweitgrößte Fernwärmemenge in der Republik. Ein Anteil von 67 Prozent erneuerbarer Fernwärme bedeutet im Bundesländervergleich Rang vier.  

Erdölraffinerie weiterhin zu stark vertreten

Nichtsdestotrotz dominiert Erdöl mit einem Anteil von 50 Prozent noch den niederösterreichischen Energieverbrauch. Mit der Raffinerie in Schwechat versorgt sich das Land zu 16 Prozent aus eigener Erdölproduktion. 86 Prozent des in Österreichs erzeugten Erdöls stammen aus Niederösterreich. Die Erdölraffinerie ist für 15 Prozent der Treibhausgasemissionen des Bundeslandes verantwortlich, der gesamte Energiesektor verursacht 29 Prozent.

Niederösterreich weist den höchsten Bruttoinlandsverbrauch an Energie in Österreich auf und verbraucht über ein Viertel der Energie der Republik. Seit 1988 ist der Energieverbrauch Niederösterreichs um fast 60 Prozent angestiegen. Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch liegt mit 34,3 Prozent etwas über dem Österreichschnitt. Der Anteil von Bioenergie unter den Erneuerbaren beträgt 59 Prozent, das ist der vierthöchste Wert unter allen Bundesländern. 

Ökostrom aus Wasser, Wind und Biomasse

Der Ökostrom-Anteil Niederösterreichs gemäß EU-Richtlinie lag laut Energiebilanz im Jahr 2016 bei 83,5 Prozent und somit deutlich über dem Bundesschnitt von 72 Prozent. Nahezu die Hälfte der Stromerzeugung kommt aus den Wasserkraftwerken an der Donau, die Windkraft trägt bereits 20 Prozent bei. Immerhin stammen 55 Prozent des gesamten Windstroms der Republik aus Niederösterreich. Strom aus Biomasse hält in Niederösterreich einen Anteil von sieben Prozent.

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