Strom aus dem Ausland

Nettostromimport ist 2018 stark angestiegen

2018 war ein gutes Jahr für Kohle- und Atomstrom aus dem Ausland. Der Nettostromimport nach Österreich ist um 47 Prozent gestiegen. Das kostet mehrere Milliarden Euro und zahlreiche Arbeitsplätze.

Der Nettostromimport ist vergangenes Jahr stark gestiegen.

In den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres ist der Nettostromimport nach Österreich um 47 Prozent gestiegen, wie die E-Control nun bekannt gab. Ende 2018 erreichte der importierte Strom damit einen Anteil am Stromverbrauch von 15 Prozent. „Das ist ein Anstieg im Vergleich zum Jahr davor und kein Ruhmesblatt für die österreichische Politik. Allein schöne Worte helfen weder den Nettostromimport zu verringern, noch die Klimakrise zu bekämpfen“, bemerkt IG Windkraft-Geschäftsführer Stefan Moidl. Dadurch werden rund 550 Millionen Euro in den ausländischen Kohle- und Atomstrom investiert. 

2017 musste Österreich noch 4,9 Milliarden Kilowattstunden mehr Strom aus dem Ausland importieren als es exportieren konnte. 2018 waren es über sieben Milliarden Kilowattstunden. "Damit hat Österreich eine traurige Bilanz vorzuweisen“, so Moidl und weiter: „Statt die Energiewende voranzutreiben importiert Österreich Kohle- und Atomstrom aus den Nachbarländern in großem Stil." 

Arbeitsplätze werden ans Ausland abgegeben

Die 7,2 Milliarden Kilowattstunden Strom, die Österreich bereits im Jahr 2018 im Saldo aus den Nachbarländern importiert hat, kosteten rund 415 Millionen Euro. Geld, das aus Österreich in die Nachbarländer abfließt und Kohle- und Atomkraftwerken Gewinne beschert. Zusätzlich werden dadurch Arbeitsplätze ins Ausland verlegt. Heimische Erzeugung schafft Wirtschaftsimpulse und Arbeitsplätze im Inland. Allein der Ausbau der Windkraft löste seit 2010 Investitionen im Umfang von über drei Milliarden Euro aus. Rund 180 Firmen sind im österreichischen Windenergiesektor tätig, der 4.500 Beschäftigten einen Arbeitsplatz bietet.

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