Österreichischer Biomasse-Verband

Moderne Biomasse-Kessel reduzieren Feinstaub

Ein Drittel der Feinstaubemissionen wird durch den Hausbrand verursacht. Alte Heizsysteme sind hier ein Problem. Feinstaub-Experten haben nachgewiesen, dass veraltete „Allesbrenner“ bis zu hundertfach mehr Feinstaub emittieren als moderne hocheffiziente Biomasse-Kessel.

Heizungstechnik

„Die Erneuerung des Altbestandes von Biomasse-Kesseln ist eine äußerst effiziente Methode, um die Feinstaubbelastung schnell und einfach zu senken, ohne auf eine erneuerbare, versorgungssichere und vor allem leistbare Wärmeversorgung verzichten zu müssen“, erklärt Dr. Horst Jauschnegg, Vorsitzender des Österreichischen Biomasse-Verbandes. 140.000 Holz-Heizungen sind älter als 15 Jahre.

Moderne österreichische Biomasse-Kessel erfüllen alle gesetzlichen Emissionsanforderungen, die heute weltweit zu den strengsten zählen, und können im Gegensatz zu ihren mit Öl, Gas und Kohle betriebenen Konkurrenten auf einen CO2-neutralen und nachhaltig produzierten Brennstoff zurückgreifen. „Die fossile Wärmeversorgung ist ein klarer Angriff auf den Lebensstandard unserer Bevölkerung, auf die Versorgungssicherheit mit Energie und nicht zuletzt auch auf unser Ökosystem.“

Heizkostenzuschüsse mehr als verdoppelt

Laut aktuellen Preismeldungen wurde beim Heizölpreis die 1 Euro-Marke überschritten. Die Kostenvorteile von Pellets, Stückholz und Hackgut liegen schon seit Monaten bei weit über 50 Prozent. Durch diesen Rohstoff-Preisvorteil amortisiert sich die höhere Investition in einen modernen Pellets- oder Holzkessel schon nach wenigen Jahren. Die Abhängigkeit von internationalen Öl- und Gasmärkten kommt heimischen Haushalten heuer teuer zu stehen, denn die Ausgaben für das „fossile“ Heizen stiegen innerhalb von nur zwei Jahren um 662 Millionen Euro auf insgesamt 3,2 Milliarden. Wie dramatisch die Lage tatsächlich ist, zeigt die Entwicklung der Heizkostenzuschüsse: Während im Winter 2005/2006 noch 14,5 Millionen Euro ausbezahlt wurden, waren es 2009/2010 29,3 Millonen Euro, im Winter 2007/2008 sogar knapp 34 Millionen. „Mit diesen Mitteln wird den Menschen aber nur kurzfristig geholfen, das Heizsystem selbst bleibt fossil und teuer. Die Gelder landen über den Brennstoffhandel direkt in fossilen Strukturen“, betont Jauschnegg.

Dass auch Erdgas keine zukunftsfähige Alternative ist, bestätigt ein Zitat des Gazprom-Vizechefs und Generaldirektors der Tochter „Gazprom Export“ Alexander Medwedjew: „Es wird nie mehr billiges Gas geben“. Auch einen neuerlichen Streit mit der Ukraine und damit verbundene Versorgungsengpässe in Europa schließt er im Presse-Interview vom 16. November nicht aus.

„Der Biowärme-Einsatz kann bis 2020 noch um ein Viertel gesteigert werden. Bis zum Ende des Jahrzehnts ist die Umstellung von mehr als drei Viertel aller ölbeheizten Haushalte auf Biomasse möglich”, prognostiziert Jauschnegg.