Batterie nach Lego-Prinzip

„Mit unserem Speicher können 80 Prozent des Eigenstroms verwendet werden“

Der Dresdner Speicher-Anbieter Solarwatt hat nun eine Batterie für Solarstrom entwickelt, die sich für jeden Haushalt individuell an die Bedürfnisse der Bewohner anpassen lässt. Im Interview mit HLK erklärt Olaf Wollersheim, Geschäftsführer des Technologiezentrums, worin die Vorteile liegen.

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Das kompakte Speichersystem von Solarwatt funktioniert nach dem Lego-Prinzip: In 2,4 Kilowattstunden-Schritten kann die Speicherkapazität erweitert werden.

Das Dresdner Unternehmen Solarwatt hat mit MyReserve Matrix ein modulares Speichersystem entwickelt, das sich ganz individuell an die Photovoltaik-Anlage und den Verbrauch des Gebäudes anpassen lässt. Olaf Wollersheim, Leiter des Technologiezentrums Solarwatt Innovation in Frechen, erklärt im HLK-Interview warum das so wichtig ist.

Wie funktioniert denn My Reserve Matrix?

Mit My Reserve Matrix kann der bestehende Solarwatt Speicher aufgestockt oder ein neuer Heimspeicher integriert werden. Durch die maßgeschneiderte Lösung wird ein sparsamer Umgang mit Energie ermöglicht. Wo im Haushalt bisher nur rund 30 Prozent der Sonnenenergie genutzt werden konnten, können mit My Reserve Matrix bis zu 80 Prozent des Stroms verwendet werden. Bei diesem Speichersystem liegen Erzeugung und Verbrauch sehr nahe beisammen, wodurch man nahezu keine Verluste mehr hat.

Was ist denn die geringste Speicherkapazität des modularen Systems?

Das System kann in 2,4 Kilowattstunden-Stufen aufgestockt werden. Damit liegt die geringste Speicherkapazität eben bei diesen 2,4 Kilowattstunden. Das reicht für einen sparsamen Haushalt mit ein bis zwei  Personen. Kommen zu diesem Haushalt dann noch weitere Personen hinzu, kann ganz einfach Kapazität hinzugefügt werden. Das derzeit erprobte Maximum liegt bei 24 Kilowattstunden, nach oben hin sind aber keine Grenzen gesetzt. Ich denke, dass die Speicherkapazität bis in die Megawattklasse reicht. Diese Kapazität ist aber nicht für den Privathaushalt sondern für die Industrie ausgelegt.

© Solarwatt

Ein Systemgehäuse kam für die Entwickler nicht in Frage, da dies nur unnötig groß und teuer wäre.

Die Batterie hat ja kein Systemgehäuse. Was ist der Grund dafür?

Hätte das Speichersystem ein Gehäuse, müsste dieses entweder laufend neu angepasst werden oder der größtmöglichen Speichervariation entsprechen. Das wäre unnötig kompliziert und würde für den Kunden zu höheren Kosten führen. Im Endeffekt hat das Gehäuse nur eine optische Funktion und wir haben uns eben bemüht, die einzelnen Komponenten des Systems hübsch zu machen.

Sind die Komponenten dann überhaupt geschützt?

Ja, natürlich. Unsere Batteriemodule sind außerordentlich robust. Ich kenne kein Systemgehäuse, das robuster ist. So ein Modul könnte sogar aus der Hand fallen und die Batterie würde trotzdem unversehrt bleiben.

Geht die Entwicklung des Speichersystems noch weiter oder sind Sie schon vollkommen zufrieden damit?

Zufrieden bin ich erst, wenn der allerletzte potentielle Kunde von unserem Produkt begeistert ist. Es sollen auch die letzten leeren Stellen auf der Landkarte verschwinden. Deshalb ist unser Entwicklungsplan für die nächsten drei Jahre auch gut gefüllt. Wir wollen vor allem auch weitere Energiequellen, wie Windkrafträder und Brennstoffzellen, einbauen.

Ist Solarwatt denn auch am österreichischen Markt vertreten?

Durchaus. Der österreichische Markt macht uns viel Freude. Dort gibt es viel Grünstrom und er ist auch nicht so teuer wie in Deutschland. Wir arbeiten hier auch mit einigen Partnern zusammen und freuen uns auf die Nachfrage von Kunden. Dabei gehen wir auch immer gerne auf die Erfahrungen und Wünsche unserer Kunden ein – natürlich nicht nur in Österreich.

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