Kühlgeräte-Ranking

Mit diesen Kühlgeräten sparen Sie den meisten Strom

Kalt berechnet: Eiscremetruhen, Getränkekühler oder Lagerkühlschränke können für Gastronomie und Handel Energiefallen sein und hohe Stromkosten verursachen. Erfahren Sie, welche Geräte am wenigsten Strom ziehen. Plus: So kommen Sie an Förderungen für neue Geräte.

Klimatechnik

Sie sind in fast jedem Supermarkt, in jeder Bar und jeder Kantine im Einsatz und ihr Anteil am Energieaufwand nicht gering: Kühlgeräte. Der Stromverbrauch dieser Systeme kann aber erheblich reduziert werden, wenn stattdessen effiziente Geräte eingesetzt werden. In einigen Fällen kann der Betreiber - über die gesamte Lebensdauer eines solchen Kühlsystems gerechnet - tausende Euro sparen.

Beim ProCold Award 2017 wurde nun die Energieeffizienz durch unabhängige Labortests erhoben. Alle Gewinnerprodukte zeichnen sich durch eine besonders hohe Energieeffizienz aus. Die Geräte werden darüber hinaus mit natürlichen Kältemitteln mit entsprechend niedrigem Treibhauspotenzial betrieben. Stamatis Sivitos, Verantwortlicher der EASME (Exekutivagentur für kleine und mittlere Unternehmen) für Projekte des Horizon2020-Programms der Europäischen Kommission, sagt: „Diese Auszeichnung zeigt deutlich, dass Energieeffizienz sich immer lohnt und Hand in Hand mit Produktinnovation einhergeht.“ In Österreich wird ProCold von der Österreichischen Energieagentur betreut.

Das sind die Gewinner in den fünf Kategorien

Braucht vier Mal weniger

Energie als ineffiziente Geräte:

der Gram Superior Plus K 72 G.

Bild: Gram

Lagerkühlschränke

Produkte dieser Kategorie sind für die Verwendung in gewerblichen Küchen, Bars, Lagerräumen usw. vorgesehen. Sie erfüllen hohe Anforderungen in Bezug auf Nahrungsmittel-Hygiene und funktionieren auch problemlos bei hohen Umgebungstemperaturen von 30° C. Seit Juli 2016 sind diese Produkte durch das EU Energielabel zu kennzeichnen.

Das Gewinnermodell in dieser Kategorie ist der Gram Superior Plus K 72 G. Gram beschreibt den Lagerkühlschrank so: „Unser Gerät kombiniert ein stilvolles Außendesign mit effizienter Kältetechnik und basiert vollständig auf HFC-freier Technologie – damit bietet Gram seinen Kunden die umweltfreundlichste, grünste Wahl auf dem Markt an.“

Mit einem getesteten Stromverbrauch von 285 kWh/Jahr verbraucht dieses Produkt etwa vier Mal weniger Energie als ein ineffizientes Produkt dieser Kategorie.

449 kWh statt 2.600 kWh pro Jahr

Stromverbrauch: der Liebherr FDKPv 4503.

Bild: Liebherr

Getränkekühler

Getränkekühler werden in großen Mengen von Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkeindustrie eingekauft, optisch angepasst und an Einzelhändler, Kioske, Imbissbuden, Kantinen und Sporteinrichtungen verliehen oder vermietet.

Das Gewinnermodell dieser Kategorie ist der Liebherr FKDPv 4503. „Der Liebherr Flaschenkühlschrank FKDPv 4503 bietet auch unter extremen Klimabedingungen perfekte Kühlleistung. Schon nach kurzer Einlagerung stehen die perfekt präsentierten Getränke gut gekühlt zum Verkauf bereit. Durch die Kombination moderner Kältekomponenten, leistungsstarker und umweltfreundlicher Kältemittel sowie präziser Steuerungen sind die Modelle besonders wirtschaftlich“, sagt Lucas Nerud, Managing Direktor von Liebherr-Hausgeräte Lienz.

Dieses Produkt hat einen Jahresenergieverbrauch von 449 kWh, was weit unter dem Energieverbrauch eines ineffizienten Gerätes liegt, das rund 2.600 kWh/Jahr verbraucht.

Damit schmelzen nur die Stromkosten: Die Liebherr Eiscremetruhe GTEP 3302. © Liebherr
Damit schmelzen nur die Stromkosten: Die Liebherr Eiscremetruhe GTEP 3302.

Eiscremetruhen

Diese Produkte kommen vor allem in kleinen Läden, Kiosken, Restaurants sowie auch in Supermärkten zum Einsatz und werden zum Teil unter anspruchsvollen Standortbedingungen – wie beispielsweise hohe Sonnenexposition – betrieben. Ihr Energieverbrauch kann je nach Größe sehr unterschiedlich sein und reicht von 450 kWh/Jahr bis zu 2.000 kWh/Jahr.

Das Gewinnermodell ist der Liebherr GTEP 3302. Liebherr Hausgeräte-Manager Lucas Nerud dazu: „Die Liebherr Eiscremetruhe GTEP 3302 gewährt beste Bedingungen, um Ware übersichtlich, einladend und verkaufsfördernd zu präsentieren. Der Glasschiebedeckel ermöglicht eine gute Truheneinsicht. Dabei sind die Truhen sehr energiesparsam und bieten maximale Wirtschaftlichkeit. Zudem sorgen hochisolierende Dämmstoffe, leistungsstarke Kompressoren und optimal abgestimmte Kältekomponenten für eine perfekte Kälteleistung.“

Das Produkt benötigt jährlich 589 kWh. Verglichen damit hat eine ineffiziente Eiscremetruhe einen etwa vier Mal höheren jährlichen Energieverbrauch.

Der Carrier Optimer 0948LG R290:

Braucht um 10.000 kWh weniger

Strom pro Jahr als ineffiziente Geräte.

Bild: Carrier

Verkaufskühlregale

Typischer Einsatzort dieser Produkte sind Supermärkte, Kantinen und Bäckereien. Es kann sich sowohl um Selbstbedienungs-Schränke handeln oder um Vitrinen, bei denen die Verkäufer auf die Nahrungsmittel zugreifen können.

Das Gewinnermodell ist der Carrier Optimer 0948LG R290. Daniel Ernst, Direktor Produktmanagement Steckerfertige Kühlmöbel, und Thomas Krieger, R&D Manager Steckerfertige Kühlmöbel Carrier, nahmen den Preis entgegen. Das Produkt habe „niedrige Betriebskosten durch geringen Energieverbrauch, sowie ein harmonisiertes Design mit Tiefkühlmöbeln und Verbundmöbeln, sodass kleine Märkte optisch ansprechend mit einer Komplettlösung ausgestattet werden können.“

Der Energieverbrauch beträgt lediglich 3.030 kWh pro Jahr - also etwa 10.000 kWh weniger als ein ineffizientes Modell.

Zum Vergleich: Der durchschnittliche Jahresstrom-Verbrauch eines Haushaltes liegt bei rund 3.500 kWh.

Der Sielaff GF Robimat XM:

Mit neuem Kältemittel zu

einem höheren Wirkungsgrad.

Bild: Sielaff

Gekühlte Verkaufsautomaten mit Glasfront

Verkaufsautomaten mit Glasfront werden für gekühlte Lebensmittel und Getränke verwendet und kommen vor allem in Büroräumen, Hotels und öffentlichen Plätzen zum Einsatz. Das Gewinnermodell dieser Kategorie ist der Sielaff GF Robimat XM. Bei Sielaff heißt es zu dem Produkt: „Um Kälte- bzw. Wärmebrücken zu vermeiden, ist beim Robimat XM die Abdichtung des gesamten Kühlraumes verbessert worden. Im Innenbereich wurde durch den Wechsel des Kältemittels auf R744 (CO2) mit einem GWP-Wert von 1,0 der Wirkungsgrad der Kühlung um fünf Prozent gesteigert, was insgesamt eine Verbesserung um neun Prozent (im Vergleich zu R134a) bedeutet. Darüber hinaus zeichnet sich der Robimat XM durch eine sehr gute Recyclingfähigkeit aus.”

Dieser Glasfront-Verkaufsautomat verbraucht 1.628 kWh pro Jahr. Mit einem derartigen Gerät können der Energieverbrauch und Stromkosten für die Betreiber deutlich reduziert werden.

So hat die Jury bewertet

Wesentliches Bewertungskriterium für die Kühlgeräte ist der Energieeffizienzindex (EEI). Dieser setzt sich nicht bei allen gewerblichen Kühlgeräten gleich zusammen. Für Kühlregale etwa flossen drei unterschiedliche Korrekturfaktoren in die Berechnung ein.

Einer dieser Faktoren ist die „Total Display Area“, also die verglaste Warenpräsentationsfläche. Für die Kundengruppe dieser Geräte ist neben dem Energieverbrauch der Geräte natürlich auch die Warenpräsentationsfläche ein entscheidendes Kriterium. Effiziente Kühlregale verfügen also über das beste Verhältnis von Energieverbrauch zu Warenpräsentationsfläche.

Geräte mit kleiner Glasfläche benötigen in der Regel weniger Energie als solche mit größerer Fläche. So erklärt sich auch, warum einige Geräte, die weniger Jahres- oder 8-Jahres-Stromverbrauch als das Sieger-Produkt aufweisen, in der Liste weiter hinten gereiht sind.

So fördert der Staat neue Geräte

Im Rahmen der Umweltförderung des BMLFUW wurde ein Förderprogramm für effiziente, gewerbliche Kühlgeräte gestartet, bei dem in Österreich bis zu 30% der Anschaffungskosten rückerstattet werden.

Alle weiteren Informationen zur Umweltförderung sind auf der Webseite der Kommunal Kredit Public Consulting zu finden. Hier finden Sie alle Informationen zu Förderungen.

Alle Gewinner des ProCold Wettbewerbs, sowie viele weitere besonders energieeffiziente Geräte sind auf der Webseite b2b.topprodukte.at im Bereich „Gewerbliche Kühlung“ zu finden.