Wärme- und Stromproduktion in einem

„Mit der Brennstoffzellen-Heizung spart man 40 Prozent an Energiekosten“

Eine Heizung, die mit Brennstoffzellen betrieben wird. Das hat Viessmann möglich gemacht. Im Interview mit HLK erklärt Markus Klausner, Geschäftsführer Technik bei Viessmann, wer von der Heiztechnik profitiert und warum sie besonders umweltfreundlich sein soll.

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Rund 50 Prozent weniger CO2-Ausstoß werden mit der Brennstoffzellenheizung Vitovolar von Viessmann ermöglicht.

Eine Brennstoffzelle wandelt die chemische Reaktionsenergie eines kontinuierlich zugeführten Brennstoffes – bei Viessmann ist das Wasserstoff, der aus Erdgas gewonnen wird –  und eines Oxidationsmittels in elektrische Energie um. Die bei der Stromerzeugung entstehende Wärme kann dann für das Heizen genutzt werden. Markus Klausner, Geschäftsführer Technik bei Viessmann, erklärt, in welchen Fällen diese Heiztechnik Einsparungen bringen kann.

Was sind die Vorteile einer Brennstoffzellen-Heizung?

Der primäre Vorteil liegt darin, dass man Strom und Wärme mit einem Gerät erzeugen kann. Die Kunden betreiben damit eine Anlage, die den Großteil des Stromverbrauchs des Hauses aus dem Gasnetz bestreitet und gleichzeitig für Heizung und Warmwasser sorgt. Dies senkt die Energiekosten eines Haushalts um rund 40 Prozent. Außerdem hat diese Heiztechnik einen reduzierten CO2-Ausstoß. Dadurch wird auch die Umwelt geschont.

Das Modell von Viessmann wird aber mit Erdgas betrieben. Spricht das nicht gegen die Umweltverträglichkeit der Geräte?

Nein, da die Brennstoffzellenheizung eben eine Kombination aus Strom- und Wärmeerzeugung ist. Im Vergleich zur herkömmlichen Stromproduktion in Kraftwerken und der dezentralen Wärmeerzeugung im Haus sinkt der CO2-Ausstoß beim Betrieb einer Brennstoffzellenheizung um bis zu 50 Prozent.

Nun ist Erdgas aber eine endende Energiequelle. Ist damit zu rechnen, dass die Gaspreise steigen und somit auch für Kunden das Heizen mit Ihrer Technologie teurer wird?

Seit 2009 bleibt der Gaspreis sehr konstant. Zwischen fünf und sieben Cent kostet das Gas pro Kilowattstunde. In den nächsten Jahren ist weder mit einem Mangel an Erdgas, noch mit einer enormen Preiserhöhung zu rechnen. Natürlich wird uns in ferner Zukunft weniger Erdgas zur Verfügung stehen, dafür gibt es aber Alternativen. Die Brennstoffzellenheizung kann auch mit sogenanntem grünem Gas, das durch überschüssigen Wind- und Sonnenstrom in Power-to-Gas-Anlagen erzeugt wird, betrieben werden.

Ab wann rechnet sich so eine Heizung denn für den Privathaushalt?

Die Technologie macht für jeden Hausbesitzer Sinn, ist aber vor allem für die Bestandssanierung empfehlenswert. Dort besteht ein hoher Wärmebedarf, der mit der Brennstoffzellen-Heiztechnik effizient und günstig gedeckt werden kann. Die Einsparungen für den Kunden sind ganz klar: Durchschnittlich erzeugt die Brennstoffzelle von Viessmann, Vitovalor 300-P etwa 4.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Davon werden in der Regel rund 2.400 Kilowattstunden (60 Prozent) selbst genutzt. Der Betreiber spart dabei pro Kilowattstunde rund 25 Cent. Die restlichen 1.600 Kilowattstunden (40 Prozent) werden gegen eine Vergütung von 5 Cent pro Kilowattstunde in das Netz eingespeist. In Summe ergibt sich im Neubau eine durchschnittliche jährliche Energiekosteneinsparung in Höhe von ca. 680 Euro.

Wie will Viessmann diese Heiztechnik weiterentwickeln?

Die weitere Entwicklung ist in mehreren Ebenen zu sehen. Auf der Geräte-Ebene steht diese noch junge Technologie unter hohem Kostendruck. Hier sind entsprechende Kostensenkungspotenziale am Brennstoffzellenmodul an sich und im Paket des Gesamtgerätes auszuloten und dann umzusetzen. In der Ebene des Heiz- und Energiesystems in einem Gebäude müssen Brennstoffzelle und weitere Systemkomponenten, wie stationäre Stromspeicher und PV-Anlage sinnvoll aufeinander abgestimmt werden, um den Energieverbrauch zu optimieren. Mit einem zusätzlichen Stromspeicher kann der Eigenverbrauchsanteil auf bis zu 85 Prozent gesteigert werden. Damit macht sich der Betreiber dann noch unabhängiger von den steigenden Strompreisen. Statt Überschuss-Strom einzuspeisen, wird er im Stromspeicher zur Deckung späterer Strom-Verbrauchsspitzen bevorratet oder einer Ladestation für Elektromobile zur Verfügung gestellt.

Wenn diese Systeme mit Hilfe eines Energie-Management-Systems Hand in Hand arbeiten, stellt sich der gewünschte Erfolg von geringeren Energiekosten und gleichzeitig geringen Emissionen ein.

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