Raiffeisen Klimaschutz Award

Jugendliche gestalten ihre Zukunft

Vom 30. Mai bis 1. Juni 2012 fand das große "Jugend Innovativ"-Bundesfinale in Wien statt. Die 30 Finalisten-Teams hatten die Chance, ihre Projekte zu präsentieren und die Jury von ihren Ideen zu überzeugen.

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Dr. Franz Fischler ist Vorsitzender der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative (RKI), die den Klimaschutz Award bereits seit vier Jahren unterstützt. Fischler ist überzeugt von dem Konzept, Jugendliche Ideen zum Klimaschutz entwerfen zu lassen. "Uns ist es ein großes Anliegen, das Bewusstsein der Jugendlichen für Umwelt- und Klimaschutz zu stärken. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Schüler zeigen, dass sie nicht nur über Klimaschutz reden, sondern diesen auch tatsächlich umsetzen", so Fischler.

Von den kreativen Ansätzen konnte man sich bei der Preisverleihung selbst überzeugen. Der Gewinner der HTL Braunau (OÖ) konnte die Jury mit seinem Projekt überzeugen, das über eine intelligente Steuerung Geräte in Betrieb gehen lässt, wenn genügend alternative Energie vorhanden ist. Der Arbeitstitel seines Projektes lautete "Intelligente Steuerung elektrischer Geräte zur besseren Nutzung alternativer Energien".

Der 2. Platz ging an die HTBLA Weiz (Stmk) und ihr Projekt "Erprobung von brennbaren Gasgemischen aus Biomasse als Fahrzeugkraftstoff". In diesem Projekt soll die Speichermöglichkeit von Gasgemischen aus Biomasse (Holzgas, Biogas) als Fahrzeugtreibstoff getestet und das Verfahren weiter optimiert werden.

Den 3. Platz erzielte die HTL Wels (OÖ) mit ihrer Arbeit "Restwasserturbine zur optimalen Energienutzung bei Wasserkraftwerken".

Das angestrebte Ziel des Projektes ist es, eine Restwasserturbine für Flusskraftwerke zu entwickeln und diese dann in einem Modell im Maßstab 1:20 zu veranschaulichen.

Die beiden nachfolgenden Projekte schafften es beim Sonderpreis Klimaschutz bis ins Bundesfinale und erhielten jeweils einen Anerkennungspreis: Bioleaching (HTL Braunau). Mit Hilfe von Bakterien und andere Mikroorganismen soll Bioleaching zum einen für das Recycling von Elektronikschrott und zum anderen zur Säuberung von metallkontaminierten Böden und/oder Abwässern eingesetzt werden.

Schadstoffoptimierung des Zweitaktmotors (HTL Braunau). Das Projekt strebt eine Klappe im Auslassbereich eines Zweitaktmotors an, die den Abgasstrom vom Motor zum Auspuff reguliert. Diese wird elektronisch geregelt und mittels eines Pneumatikzylinders betätigt, um die Motorcharakteristik zu optimieren und somit den strenger werdenden Umweltauflagen leichter gerecht werden zu können.

Das Gewinner-Projektteam konnte sich zusätzlich über eine Reise nach Houston, Texas zur ISWEEEP, der International Sustainable World Project Olympiad 2013, freuen. Die HTBLA Weiz wird die Reise noch heuer zum "27th China Adolescents Science and Technology Innovation Contest" nach Yinchuan/Ningxia Hui Autonomous Region (China) führen. Das Projektteam des 3. Platzes freute sich über eine Reise zur INESPO in den Niederlanden im Sommer 2013.

v.l.n.r.: Theodor Siegl (Unterrichtsministerium), Tanja Daumann (Raiffeisen Klimaschutz-Initiative), Gewinner Lukas Bernhofer (HTL Braunau) und sein Betreuungslehrer Friedrich Plötzeneder sowie Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Bild: Wolfgang Voglhuber-Vogus

Der Dialog mit den Jugendlichen ist ein Schlüsselfaktor für die Zukunft unserer Umwelt. Erfolgreicher Klima- und Umweltschutz setzt das Wissen rund um unsere Ressourcen und den richtigen Umgang damit voraus. Die Verschränkung des Wissens verschiedener Disziplinen mit dem Interesse von Personen lässt Innovationen entstehen. Schulen nehmen in diesem Zusammenhang einen besonderen Stellenwert ein. "Wir sehen es als wichtige Aufgabe, den Schülern die Möglichkeit zur Entwicklung und Präsentation kreativer Ideen für den Klimaschutz zu geben", begründet Mag. Andrea Weber, Geschäftsführerin der RKI, das Engagement.

"Richtig verstandener Klimaschutz setzt an verschiedenen Punkten an. Gefragt sind innovative Konzepte zu aktuellen Umweltthemen. Das können Projekte im Bereich des Wohnbaus, der Steigerung der Energieeffizienz zur Verbesserung alternativer Mobilitätsformen, oder auch zur Strom- und Wärmeversorgung sein. Aber auch Konzepte zu den neuen Nutzungsmöglichkeiten für nachwachsende Rohstoffe werden gesucht, um unser Klima zu schützen", ergänzt Weber.

Das Ziel der RKI ist eine kontinuierliche Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für den Klimaschutz. Innerhalb der 24 Mitgliedsorganisationen umfasst dies Projekte zur CO2-Reduktion und zum ökologischen Einkauf von Büromaterialien, Maßnahmen im Fuhrparkmanagement, die Erarbeitung von Klimaschutzrelevanten Informationen für Mitarbeiter und Führungskräfte, aber auch Informationsveranstaltungen wie die jährlichen Raiffeisen-Energiespartage.

Nur durch nachhaltig verankerte Verhaltensweisen kann ein Umdenkprozess stattfinden. "Als Vorsitzender der RKI, bin ich über das Engagement von Raiffeisen sehr froh und wünsche mir, dass dieses weiterhin fortgesetzt wird. Es ist ein Gebot der Stunde, verschiedene Ideen und Lösungsansätze ernst zu nehmen und auch umzusetzen", so Fischler abschließend.