Energiewende

Hier wird die größte Batterie der Welt gebaut

Ökostrom muss künftig in großen Mengen gespeichert werden. Warum deshalb ein kleines Dorf in Ostfriesland nun die größte Batterie der Welt erhalten soll, lesen Sie hier.

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Jengum in Ostfriesland: Nicht viel los, aber bald batteriebetrieben.

Seit Jahren suchen Forscher nach einer Möglichkeit Strom aus erneuerbaren Energien in großen Mengen zu speichern. Der deutsche Energieversorger EWE will nun gemeinsam mit Wissenschaftlern aus der Friedrich-Schiller-Universität in Jena eine riesige Batterie erzeugen. Getestet soll das Prinzip in Kavernen in der ostfriesischen Gemeinde Jemgmum werden.

Strom für 75.000 Haushalte

In einem Labor in Jena ist es bereits gelungen, nachzuweisen, dass in einem Gemisch aus Salzwasser und elektrisch geladenen Kunststoffteilchen Energie gespeichert werden kann. Dies gilt als große Entdeckung und wird von den Wissenschaftlern als Zaubertrank der Energiewende bezeichnet. Die Mischung soll es ermöglichen Strom für den Tagesbedarf von rund 75.000 Haushalten zu speichern.

Unbegrenzte Möglichkeiten

Das Prinzip der sogenannten Redox-Batterie funktioniert so: Die Kavernen werden mit der Salzlösung befüllt, wobei zwei große Tanks den Plus- und den Minuspol darstellen. Die Flüssigkeit wird mit einer Pumpe in eine elektrochemische Zelle gebracht. Dabei stellen wasserlösliche Kunststoffmoleküle den Transport der Elektronen sicher. Die Größe der Batterie hängt dabei nur vom Salzstock ab. Im ersten Testlauf im ostfriesischen Jemgmum sollen 700 Megawattstunden Ökostrom – die Energie von 24 Windrädern – gespeichert werden. Bis 2023 soll das Projekt in die Praxis umgesetzt werden.

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