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Hanf macht's möglich

Im oberösterreichischen Pabneukirchen wurde die Schule mit Cannabis-Platten gedämmt. Die Gemeinde spart durch die Verwendung von Hanf als Dämmstoff sogar jedes Jahr rund 16.000 Euro an Heizkosten. Erfahren Sie hier, wie das auch noch die Umwelt schont.

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Die Sanierung der Schule in Pabneukirchen

Die Sanierung der 40 Jahre alten Schule in Pabneukrichen war schon längst fällig. Bürgermeister Johann Buchberger war deshalb auf der Suche nach einem möglichst umweltverträglichen Dämmmstoff. Gemeinsam mit dem Baustoffproduzenten Capatect hat die Klimaschutzgemeinde das Gebäude der Volksschule und Neuen Mittelschule nun generalsaniert. Das Besondere daran: Als Dämmmaterial wurden 20 Zentimeter dicke Hanfplatten verwendet. 

Der Hanf-Effekt

„Wir sind auf der Suche nach einer natürlichen Alternative zur erdölbasierten EPS-Dämmung auf die Hanffaser-Dämmung gestoßen. Hanf ist das Dämmmaterial mit dem kleinsten ökologischen Fußabdruck und deshalb war ich von dieser Idee sofort begeistert", so Johann Buchberger, Bürgermeister von Pabneukirchen, zu HLK. Etwa 1.920m² Fassade des 40 Jahre alten Gebäudes wurden gedämmt. Die Öko-Dämmung ist zwar mit höheren Investitionskosten verbunden, rentiert sich dafür aber durch die hohe Energieeinsparung von rund 70 Prozent.

Hohe Ausgaben

In die Sanierung der Schule wurde intelligent investiert. Durch Einsparungen an der Raumaufteilung und kostengünstigeren Alternativen bei der Inneneinrichtung, hat die Gemeinde es geschafft die geplanten Ausgaben von 6,2 Millionen Euro auf 4,8 Millionen Euro zu reduzieren. Die Sanierung wurde bereits seit zwölf Jahren geplant und 2015 endlich vom Land Oberösterreich genehmigt und finanziert.  Die Gemeinde kann sich nun über eine Ersparnis von jährlich 16.000 Euro an Heizkosten erfreuen.

Pädagogischer Hintergrund

Nicht nur die finanziellen, sondern auch die pädagogischen Gründe waren ausschlaggebend für dieses Projekt, erklärt Doris Kurus, die Direktorin der Neuen Mittelschule: „Wir wollen nicht nur über den Klima- und Umweltschutz reden, wir möchten den Schülerinnen und Schülern anhand der Praxis zeigen, dass wir es mit dem Thema Nachhaltigkeit wirklich ernst meinen.“ Bereits vor 16 Jahren wurde die Schule an die örtliche Nahwärme angeschlossen. Mit den aktuellen Sanierungen hat man zusätzlich noch 148 Fenster und die gesamte Heiztechnik ausgetauscht. So kann die Raumtemperatur nun vom Computer aus reguliert werden.

Der Dämmstoff Hanf wird im Weinviertel vollkommen chemiefrei angebaut und hat damit einen sehr kurzen Transportweg. „Umweltfreundlicher geht’s nicht mehr“, sagt Buchberger. Das Projekt hat kürzlich den oberösterreichischen Landesenergiepreis 2017  in der Kategorie „Energieinnovation lokal“geholt.

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