Fossile Energieträger

Hambacher Forst: Abholzung ist für RWE keine Option, sondern ein Muss

Tagelange Proteste, eigens erbaute Baumhäuser und teilweise sogar Gewalttaten: Das ist die aktuelle Situation im Hambacher Forst. Der Energieerzeuger RWE will weitere Rodungen durchführen, um seinen Braunkohletagebau weiter auszubauen. Das geht auf Kosten der Umwelt. Der Energiekonzern hat jedoch keine andere Wahl.

Für die Gewinnung von Braunkohle sollen in Nordrhein-Westfahlen nun über 100 Hektar Wald gerodet werden. Umweltaktivisten wehren sich. 

Reduktion des CO2-Ausstoßes und umweltfreundliche Energiealternativen beschäftigen Industrie und Politik derzeit wie nie zuvor. Gleichzeitig demonstriert die Braunkohle-Industrie ihre Macht und will mit dem Ausbau des Braunkohletagebaus Hambach ernst machen. Über 100 Hektar Wald sollen nun gerodet werden. Der Hambacher Forst in Nordrhein-Wesfalen wurde durch Abgrabungen im Zuge des Braunkohletagebaus bereits stark verkleinert. Seit der Eiszeit ist die Gegend bewaldet und einige der Bäume sind bereits über 350 Jahre alt. 

Vorteile der Braunkohle

RWE setzt auf die Vorteile des Braunkohletagebaus. Durch die Energieerzeugung aus Braunkohle wird nicht nur ein stabiles Stromnetz sondern auch die Beibehaltung tausender Arbeits- und Ausbildungsplätze garantiert. Die Braunkohle ist außerdem ein heimischer Energieträger, der hohe Gewinne verspricht. Für RWE ist der Standort Hambach der wichtigste Kohlestandort. Rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle werden dort pro Jahr abgebaut. Auch für die Bürger ist der Standort relevant, denn rund 15 Prozent des Stromverbrauchs in Nordrhein-Westfalen werden von diesem Tagebau gedeckt. 

Durch Subventionen begünstigt

Mehr als 57 Milliarden Euro flossen alleine 2012 in umweltschädliche Subventionen, davon rund 20,3 Milliarden Euro in die Energiebereitstellung. Dabei belasten diese Subventionen den Staatshaushalt doppelt: Einerseits führen sie zu Mehrausgaben und Mindereinnahmen des Staates, andererseits erhöhen sich auch die Kosten für die Folgeschäden. Gleichzeitig wirbt die Braunkohle-Industrie aber mit günstigen Strompreisen und einer zuverlässigen Versorgungssicherheit. 

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Kein Ausweg für RWE 

Zahlreiche Umweltaktivisten protestieren nun im Hambacher Wald gegen die Rodung des Waldstücks. Für RWE gibt es jedoch keinen Ausweg mehr. Ohne die Rodung wird der komplette Tagebau in den kommenden zwei Jahren zum Erliegen kommen. Für das Image des Energiekonzerns ist die Aktion aber mehr als schädlich. Die polizeiliche Räumung des Waldes läuft auf Hochtouren und der Konzern ist bereit für die Rodung.

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