Interview DI Horst Wilkens

Gute Luftfiltration und EEffG – ein Widerspruch?

Interview mit DI Horst Wilkens, Leiter Filterakademie bei der Camfil KG, Reinfeld anlässlich des Dritten Fachkongress "Energie im Krankenhaus".

Unternehmen

TGA/energieweb: Am Fachkongress „Energie im Krankenhaus“ sprachen Sie zum Thema „Gute Luftfiltration und das EEffG – ein Widerspruch?“ Können Sie bitte kurz skizzieren worum es in Ihrem Vortrag ging?

H. Wilkens: Frischluftzufuhr in das Krankenhaus kann eine „biologische Kontamination“ hervorrufen. In den Krankenhäusern wird im Hinblick auf Hygiene ein sehr hoher Aufwand betrieben. In den Operations- und Pflegebereichen muss verstärkt auf die Reduktion der Keimkonzentration geachtet werden. Denn nur so werden die zu Recht hohen Ansprüche an Hygiene erfüllt. Schmutzige Rauminnenluft und abweichende physikalische Faktoren (Temperatur, Luftfeuchte) sind die Ursachen für Erkrankungen, abnehmende Leistungsfähigkeit und sinkende psychische und physikalische Belastbarkeit. Luftgetragene Schadstoffe wirken sich negativ auf die Gesundheit, die Umwelt und die Operationsprozesse aus. Dass kurz- und langfristige Belastung durch Luftverschmutzung der Gesundheit schaden kann, konnte in den letzten Jahren in vielen wissenschaftlichen Studien und medizinischen Berichten nachgewiesen werden. Diese Erkenntnisse prägen immer stärker Vorschriften und Gesetze zur Luftqualität, die Festlegung von Emissionsgrenzwerte (PM 1,0) und die Empfehlung von Fachleuten aus dem Bereich der Luft- und Filtertechnik.

Eine gute Rauminnenluftqualität (IAQ) kann nur durch den Einsatz von Klimaanlagen erreicht werden. Die wesentliche Funktion eines Lüftungssystems ist das Entfernen von Schadstoffen, um die Luft innerhalb eines Gebäudes sauber zu halten. Die Energiebedarfe der erforderlichen Filteranlagen sind bei der LCC Betrachtung von Filteranlagen mit 70 Prozent zu bewerten. Es ist dem EEffG Folge zu leisten und somit sind Filter einzusetzen, die den Anspruch der guten Abscheideleistung bei niedrigem Energieaufwand erfüllen. Die erforderliche Luft wird von außen in das Gebäude eingeblasen. Alle in der Luft vorhandenen Belastungen, wie belebte und unbelebte Partikel sowie Schadgase, müssen einmal für das Operationsumfeld und zum anderen zum Schutz der Menschen herausgefiltert werden.

In dem Vortrag: Gute Luftfiltration und das EEffG – ein Widerspruch? wurde die Notwendigkeit von Luftfiltern mit niedrigem Energiebedarf aufgezeigt und ein rechtsverbindlicher Lösungsweg dargelegt:

  • Feinstaub PM 1,0 in der Außenluft und deren Folgen
  • Physikalische Eigenschaften der Partikelfilter
  • Nachhaltige Luftaufbereitung durch Luftfilter

TGA/energieweb: Im Mittelpunkt des Kongresses stand das Thema Energieeffizienzgesetz. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

H. Wilkens: In dem Energieeffizienzgesetz wird die Forderung aufgemacht, dass Unternehmen ein Energiemanagement einzurichten haben und die Energieeffizienz des Unternehmens erarbeiten, kontrollieren und weiter vorantreiben. Wir haben in unserem Konzern 26 Produktionswerke weltweit. Davon haben die Produktionsstätten Haslingden, UK, SML, France, Reinfeld, Deutschland, Levice, Slovakia, und Ipoh, Malaysia mit Erfolg die ISO 50001 Zertifizierung erreicht. Die anderen Produktionsstätten sind zurzeit in der Zertifizierungsphase.

DI Horst Wilkens, Leiter Filterakademie bei der Camfil KG, Reinfeld © Camfil
DI Horst Wilkens, Leiter Filterakademie bei der Camfil KG, Reinfeld