Projektbericht

Frischer Wind im Zukunftspark+

Dem Gelände der stillgelegten Goldmann-Druckerei in Tulln wurde in einem Revitaliserungsprojekt neues Leben eingehaucht. Daran waren auch die oberösterreichischen Firmen Aerovent und Merlin Technology beteiligt - sie sorgen im Gebäudekomplex für ein angenehmes Raumklima.

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Bei der der Eröffnungsfeier des Zukunftspark+ am 12.11. in Tulln.

Das Gelände der ehemaligen Goldmann-Druckerei an der Königstetter Straße in Tulln misst 45.000 m² Gesamtfläche, wobei 20.000 m² davon auf Hallen- und 5.000 m² auf Büros entfallen. Genügend Platz also, um unterschiedlichen Unternehmen eine neue Heimat zu bieten. Und vor allem um zum nächsten Networking-Hotspot zu avancieren. Dafür, dass dabei niemandem die Luft ausgeht und die Stimmen geschmiert bleiben, haben die beiden oberösterreichischen Unternehmen Aerovent und Merlin Technology Sorge getragen.

Gute Luft und wohltemperiert - Sommer wie Winter

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Dicke Luft? Nicht im Zukunftspark Tulln - dafür sorgt Aerovent.

Damit die neu im Zukunftspark+ ansässigen Köpfe vor Ideen sprudeln können, braucht es ausreichend frische Luft. Und genau darum hat sich Aerovent gekümmert – der Spezialist für Lüftungsbau und Service aus Linz ist für die neuen Lüftungsanlagen im Haus verantwortlich: „Wir haben zwei Lüftungsanlagen verbaut, die über eine integrierte Wärmepumpentechnologie verfügen und daher sehr energieeffizient arbeiten“, erklärt Aerovent-Geschäftsführer Kurt Blöchl-Traxler bei der Eröffnung des Zukunftspark+. Die beiden Anlagen können 15.000 Kubikmeter sowie 9.600 Kubikmeter Luft umwälzen. „Zudem ist es mit diesen Geräten möglich sowohl zu heizen, als auch zu kühlen – ohne, dass ein Klima-Aussenteil benötigt wird. Zudem sind Heiz,- sowie Kühlleitungen überflüssig. Das System lässt sich einfach umdrehen, um zu jeder Jahreszeit für ein gutes Raumklima zu sorgen.“ 

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Die Anlagen können 15.000 Kubikmeter und 9.600 Kubikmeter Luft umwälzen.

Insgesamt hat Aerovent das Projekt eineinhalb Jahre wachsen lassen. „Natürlich nicht durchgehend, das würde den Rahmen sprengen“, sagt der Geschäftsführer mit einem Augenzwinkern. Die Dauer sei vor allem einer der wenigen Schwierigkeiten geschuldet, auf die man während der Realisierung des Projekts gestoßen ist: „Es ist leider Gottes die Betriebsanlagengenehmigung verfallen, die hat der Masseverwalter von der Goldmann-Druckerei stillgelegt, bzw. auslaufen lassen. Es war also ein Behörden-Thema.“ Daher musste alles erneut eingereicht werden, was den Ablauf verzögerte. Darüber hinaus war zu Projektbeginn noch nicht klar, welche Firmen den revitalisierten Gebäudekomplex schlussendlich beziehen würden. „Daher mussten wir die benötigten Luftleistungen anfangs schätzen. Da musste dann teilweise nachgebessert bzw. zurückgefahren werden“, so Blöchl-Traxler.

„Drum heißt es ja auch Zukunftspark+“

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Kurt Blöchl-Traxler, der Geschäftsführer von Aerovet und seine Assistentin Julia Schnaitter.

Bei der Durchführung wurde viel Wert auf Energieeffizienz gelegt, wie auch Kurt Blöchl-Traxler unterstreicht: „Wir haben sehr darauf geachtet, dass der Umwelt-Faktor hier miteinbezogen wird.“ Besonders gefällt dem Aerovent-Geschäftsführer aber, dass es sich beim Zukunftspark+ um ein Revitalisierungsprojekt handelt. „Das ist meiner Meinung nach einer der besten Aspekte des Projekts, dass nicht wieder irgendwo eine grüne Wiese versiegelt wurde, sondern man geschaut hat, was man aus dem bestehenden Material machen kann. Drum heißt es ja auch Zukunftspark+.“ Der Visionär hinter dem Projekt sei allerdings Leo Steinhäusler. Er ist Gesellschafter beim Zukunftspark+ und dort für den Vertrieb zuständig. Zudem ist er Teil der Investor-Gruppe Realvision aus Linz, die das Gelände gekauft und sich zum Ziel gemacht hat, die Bestandsgebäude der stillgelegten Druckerei zu revitalisieren. Nach der Motivation dahinter gefragt sagt Steinhäusler: „Wenn wir wieder so viele Arbeitsplätze schaffen, wie einmal da waren – nämlich fast 500 – dann haben wir gemeinsam einen Lottotreffer gemacht. Und wir sind am richtigen Weg. Jetzt im Moment haben wir mit mehr als 200 Arbeitsplätzen etwa die Hälfte – und das gesamte Areal bietet sicher noch Platz bis 500 Arbeitsplätze, wenn das ausgebaut wird.“ 

Direktraumbefeuchtung im AMS-Callcenter

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Beim AMS heißt es dank der Befeuchtungsanlage von Merlin Technology "trockene Kehlen, adé".

Fünfzig der neu geschaffenen Arbeitsplätze entfallen jedenfalls schon einmal auf das AMS, das sich im Zukunftspark+ angesiedelt hat. Dort weiß man, dass zu trockene Raumluft und die Arbeit in einem Callcenter partout nicht zusammenpassen. Und natürlich weiß man das auch bei Merlin Technology, dem oberösterreichischen Spezialisten für Luftbefeuchtungssysteme und Messtechnik: „Bei zu trockener Luft werden die Schleimhäute angegriffen und trocknen aus. In weiterer Folge können sich Krankenstände häufen, da sich Bakterien und Keime auf ausgetrockneten Schleimhäuten leichter einnisten können“, erklärt Stefan Schneebauer, der bei Merlin Technology für den technischen Vertrieb zuständig ist. Um dem vorzubeugen, hat das Unternehmen eine Befeuchtungsanlage zur Direktraumbefeuchtung in den Büroräumlichkeiten des AMS im Zukunftspark+ installiert. „Das kann sich vor allem in den trockenen Wintermonaten angenehm auf das Raumklima auswirken, wo man in Innenräumen ansonsten eine recht trockene Heizungsluft vorfindet und die Luftfeuchtigkeit schnell unter 20 Prozent fällt. Durch die Befeuchtungsanlage wird die Luftfeuchtigkeit aber kontinuierlich zwischen 40 und 60 Prozent gehalten“, so Schneebauer weiter. 

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Die Anlage zur Direktbefeuchtung wird im Sommer zusätzlich zur adiabaten Kühlung genutzt.

Ewald Chromy, Leiter der AMS-ServiceLine vor Ort, ist von der Wirkung der Anlage überzeugt: „Wir haben die Krankenstände um 50 Prozent reduziert. Die typischen Callcenter-Krankenstände, etwa Rachenprobleme und Stimmproblematiken wie Heiserkeit, gibt es nicht mehr – bis auf Einzelfälle natürlich“, freut sich Chromy und fährt fort: „Die Anlage hilft sogar bei Neurodermitis und bei Personen, die eine recht trockene Haut haben, weil sie die Luftfeuchtigkeit konstant hält.“ Die Direktraumbefeuchtung hält aber nicht nur die Luftfeuchtigkeit konstant auf einem gesunden Level, sondern fungiert im Sommer gleichzeitig als adiabate Kühlung, sprich: sie hilft dabei die Raumluft mit Verdunstungskälte zu klimatisieren.