Baustein für die Energiewende

FH Technikum Wien eröffnet erstes Smart Grids Lehrlabor Österreichs

In der ENERGYbase der FH Technikum Wien eröffnete am 18. Februar 2016 das erste Smart Grids Lehrlabor Österreichs − im „Smart Hybrid Energy Lab“ werden maßgeschneiderte Ausbildungsangebote für Unternehmen geboten.

Unternehmen

FH Technikum Wien eröffnete das erste

Smart Grids Lehrlabor Österreichs in der ENERGYbase

und bietet dort ein maßgeschneidertes

Ausbildungsangebot für Unternehmen.

Bild: FH Technikum Wien/APA-Fotos./Rastegar

„Nach zweijähriger Bauzeit ist es uns gelungen, das erste Ausbildungslabor für intelligente Stromnetze (Smart Grids) zu eröffnen“, sagt Hubert Fechner, Institutsleiter Erneuerbare Urbane Energiesysteme an der FH Technikum Wien, stolz bei der Eröffnung. „Das Labor bildet ein elektrisches Ortsnetz nach, das alle relevanten Teilnehmer des Smart Grid wie etwa eine Photovoltaik-Anlage, Elektroautos, Speicher, Verbraucher und Ausgleichslasten darstellt und miteinander verbindet. Das Smart Hybrid Energy Lab wurde für Ingenieure und Interessierte entworfen, die ihr Wissen über intelligente Stromnetze maßgeschneidert erweitern und vertiefen wollen. Für mich ein wichtiger Baustein für die Energiewende. Smart-Grids-Technologien kommen so in den Unternehmen an und sind nicht nur Teil der Forschungsabteilungen“, erklärt Fechner.

Smart Hybrid Energy Lab: Erstes Smart Grids Lehrlabor in Österreich

Vier Haushalte ausgestattet mit Smart Meter und einer Photovoltaik-Anlage sind die Grundpfeiler des Lehrlabors an der FH Technikum Wien. Im elektrischen Ortsnetz des Labors kommen noch ein stellbarer Ortsnetztransformator, Speicher und eine Ladestation von Elektroautos hinzu. Ergänzt wird dies mit einem Datennetz, das die einzelnen Komponenten digital miteinander vernetzt.

„Diese einzigartige Infrastruktur kann über eine zentrale elektronische Leitstelle gesteuert und vermessen werden. Die Steuerung kann über eine lokale Station oder auch über das Internet erfolgen“, erklärt Karl Knöbl, Leiter des Smart Hybrid Energy Lab. „Im Smart Grid wird das Stromnetz von einer Einbahnstraße zu einer Straße mit Gegenverkehr – Strom kann erstmals von und zum Konsumenten fließen. Was passiert im lokalen Stromnetz, wenn Strom aus der hauseigenen Photovoltaik-Anlage zur Verfügung steht, der Verbrauch im Haushalt jedoch gering ist oder auch steigt? In unserem Lehrlabor können wir diese Situationen simulieren, die Strom- und Datenflüsse messen und visualisieren sowie Lösungen aufzeigen“, so Knöbl.

Der Aufbau des Smart Hybrid Energy Lab wurde maßgeblich von der Stadt Wien, MA 23, im Rahmen der Fachhochschul-Förderung finanziell unterstützt.

Maßgeschneidertes Ausbildungsangebot für Unternehmen

Das Smart Hybrid Energy Lab bietet ab sofort maßgeschneiderte Ausbildungsangebote für Mitarbeiter aus Energieversorgungs-, Industrie- und Gewerbeunternehmen an. Das Kursangebot besteht aber auch für Interessierte, die sich zu den Möglichkeiten und Herausforderungen intelligenter Stromnetze speziell für die Stromebene des Haushalts weiterbilden möchten. „Die Teilnehmer können im Labor konkrete Anwendungsfälle studieren. Das reicht von der neuen Rolle des Konsumenten im Stromnetz, der nun auch Strom produziert, bis zur automatischen Steuerung sowie dem Handling mit dem Kommunikations- und Datennetz“, erklärt der Laborleiter Knöbl. „Je nach Bedarf können wir das Ausbildungsangebot anpassen.“

Smart-Grids-Technologien am Vormarsch: von der Forschung zur Anwendung

Die Auslöser für die Entwicklung der Smart Grids sind der steigende Energieverbrauch und die Integration erneuerbarer Energien in das bestehende Stromnetz. Österreich befindet sich in der Entwicklung von Smart-Grids-Technologien in einer Vorreiterrolle. Diese werden bereits in zahlreichen Modellregionen erforscht und im Testbetrieb erprobt. Die großen österreichischen Projekte werden zu den so genannten Smart-Grids-Pionier- und Modellregionen in Salzburg, Oberösterreich, Vorarlberg, Steiermark und Wien zusammengefasst. Das sind international anerkannte Demonstrationsprojekte und ein großer Erfolg der bisherigen Aktivitäten. Die Forschungsschwerpunkte befassen sich zum Beispiel mit der intelligenten Netzintegration von Kunden, Gebäuden, kleinen PV-Anlagen, Elektroautos und der Integration von Kleinwasserkraftwerken. Die unterschiedlichen Themen zeigen das breite Spektrum von Smart-Grids-Technologien auf.

Eröffneten das neue Ausbildungslabor für

intelligente Stromnetze (Smart Grids):

DI Karl Knöbl MSc, Projektleitung Smart Energy Hybrid Labor und

FH-Prof. DI Hubert Fechner MAS MSc, FH Technikum Wien,

Institutsleiter Erneuerbare Energie (v. l.).

Bild: FH Technikum Wien/APA-Fotos./Rastegar