Insolvenz

Fernwärme-Großprojekt "Big Solar" soll gänzlich in steirische Hände

Das Grazer Solar-Unternehmen Solid, das gemeinsam mit einem dänischen Partner das Fernwärme-Projekt "Big Solar" gestartet hatte, ging vor kurzem in Insolvenz. Das Großprojekt soll in der Steiermark fortgesetzt werden - ohne Partner.

100.000 Quadratmeter ist das Solar-Projekt groß.

Nach der Insolvenz der Solid, die "Big Solar" in der Steiermark geplant hat, will nun die Energie Steiermark das Projekt gänzlich vom dänischen Partner in die Steiermark holen: "Eine steirische Lösung kann das Projekt in die Tat umsetzen", meinte Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer. Er wischt Bedenken bei der Fernwärmeversorgung von Graz nach 2020 vom Tisch: Diese sei "zu hundert Prozent gesichert".

Der steirische Energieversorger will laut dem SPÖ-Chef in den kommenden Jahren allein in die Windenergie mehr als 300 Millionen Euro investieren. Dadurch sollen 300 Megawatt völlig CO2-freie Stromerzeugung in der Steiermark installiert werden. Zusätzlich werden rund 100 Millionen Euro in die Stromnetze investiert. 2020 wird die Kohleverbrennung im Kraftwerk Mellach stillgelegt: "Das ist ein erster Meilenstein im Klimaschutz, denn die Verbrennung von Kohle ist am klimaschädlichsten", so Schickhofer.

"Wir haben vorgesorgt, dass nicht nur die Stromversorgung, sondern auch die Fernwärmeversorgung in Graz und Umgebung zu hundert Prozent gesichert ist: Seit kurzem nutzen wir die Abwärme der Firma Sappi, die ins Fernwärmenetz eingespeist wird - eine umweltfreundliche Alternative zur Kohleverbrennung. Außerdem haben wir Back-up Möglichkeiten, damit alle Wohnungen im Winter garantiert warm bleiben."

KPÖ ist kritisch

Die steirische KPÖ hatte erst am Dienstag nach der Pleite der Solid gewarnt: "Statt sich mit dem Verbund-Konzern, der den Großteil der Fernwärme im Großraum Graz liefert, auf einen langfristigen Vertrag zu einigen, setzt das Land auf ein umstrittenes Projekt namens 'Big Solar'. Die Zukunft des bereits deutlich verkleinerten Projekts ist ungewiss." Die Versorgung mit Fernwärme ab Juni 2020 sei nicht gesichert, sagen die Kommunisten. Die alternativen Versorger hätten bei weitem nicht die Kapazitäten, um den Bedarf in Graz zu decken. Eine Steigerung der Produktion in den Kraftwerken in der Puchstraße würde wesentlich mehr Schadstoffe und Feinstaub produzieren.

Die KPÖ habe Vorschläge gemacht, wie das Land ab 2020 die Versorgung sichern könne, ohne dass es zu einer enormen Teuerung kommt. Die Landesregierung habe jedoch in erster Linie auf das Projekt "Big Solar" gesetzt - eine Solaranlage im Ausmaß von rund 100.000 Quadratmetern. Dessen Zukunft sei nun völlig unklar - ebenso wie die Frage, wer den Preis für die nötigen Grundstücke übernehme. "Die Versorgung von Big Solar abhängig zu machen, wäre verantwortungslos", warnte Abgeordneter Werner Murgg, und drängte auf eine Einigung zwischen Energie Steiermark und Verbund. Er will in der Landtagssitzung am 2. Juli dazu eine Dringliche Anfrage an Schickhofer richten. (apa/red)

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