IPCC-Bericht

Erderwärmung: Weltklimarat schlägt Alarm

Rund 100 Experten des Intergovernmental Panel on Climate Change IPCC stellten heute den Klimabericht vor, der aufzeigt, wie die Welt die drohende Klimaerwärmung auf 1,5 Grad Celsius einbremsen kann. Der Bericht ist eine eindringliche Warnung an Politik und Bürger.

Klimaexperten schlagen Alarm: Naturkatastrophen werden weiter zunehmen, wenn nicht schnell gehandelt wird.

Der heute in Korea veröffentlichte Bericht des Weltklimarates IPCC zu den Auswirkungen einer 1,5 Grad starken Erderwärmung warnt vor den dramatischen Folgen der Klimakrise. Der Befund der Klimaexperten ist klar: Ein rascher Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas ist dringend notwendig. Die jährlichen Subventionen in klimaschädliche fossile Energien, laut internationalem Währungsfonds fünf Billionen Euro, müssen zurückgefahren werden. Das Ausbautempo erneuerbarer Energien muss dafür dramatisch beschleunigt werden. Viele Klimawandelfolgen können schon jetzt nicht mehr rückgängig gemacht werden. Wetterextreme wie Dürre, Hitzewellen und Fluten nehmen stark zu. Die Begrenzung der Erhitzung auf unter 1,5 Grad muss laut IPCC-Sonderbericht jetzt oberste Priorität haben.

Umweltschützer fordern schnelleres Handeln

Für die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 ist es ein dramatischer Appell der Klimaforscher an die Menschheit, aufzuwachen und katastrophale Folgen für das gesamte Leben auf dem Planeten noch abzuwenden. „Diese eindringliche Warnung der Klimaforschung muss jetzt Gehör finden, um katastrophale Folgen noch abwenden zu können. Der Kampf zur Erreichung der Pariser Klimaziele ist zu unserer Überlebensfrage geworden. Mit dem Bericht ist klar, dass das bis vor kurzem noch anvisierte zwei Grad Celsius-Ziel kein sicherer Hafen mehr ist. Eine Zunahme von Extremwetterereignissen, Wasserknappheit, Hitzewellen, Verschärfung von Armut und die Gefährdung einzigartiger Ökosysteme dürfen wir nicht riskieren“, betont Johannes Wahlmüller, Klimasprecher von Global 2000. 

Der WWF Österreich fordert eine massive Erhöhung der EU-Klimaziele, einen raschen Ausstieg aus fossilen Energien und eine naturverträgliche Energiewende. Alle kontraproduktiven Subventionen müssen rasch gestoppt werden. „Es ist völlig absurd, dass Österreich mit viel Geld fossile Energieträger subventioniert und zum Beispiel Dieselpreise künstlich niedrig hält“, verweist Lisa Plattner, Klima- und Energieexpertin des WWF, auf das überholte Dieselprivileg. „Wie viele Weckrufe braucht es eigentlich noch? Eine große Öko-Steuerreform ist seit Jahren überfällig. Zusätzlich braucht es ein großes Energiesparprogramm und einen starken Naturschutz-Check für alle Projekte.“