Ökostrom speichern

Dieser Energiespeicher arbeitet mit einer Natronlauge

Im Sommer zu viel, im Winter zu wenig: Solarstrom ist zwar eine nachhaltige Stromalternative, die überschüssige Energie aus den Sommermonaten lässt sich aber noch immer schlecht speichern. Schweizer Forscher haben deshalb nun einen Energiespeicher aus Natronlauge entwickelt.

Von

Benjamin Fumey forscht bereits seit einigen Jahren daran, Energie in einer Natronlauge zu speichern.

Benjamin Fumey und Robert Weber heißen die Forscher, die an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA in Dübendorf bei Zürich an einem Heizsystem mit Natronlauge arbeiten. Die Funktionsweise des Energiespeichers ist dabei sehr einfach.

Vermischt man festes Natriumhydroxid mit Wasser, so wird diese Mischung heiß. Die Verdünnungsreaktion ist also exotherm und setzt chemische Energie in Form von Wärme frei. Die Forscher nutzten den Umkehrschluss dieser Reaktion und versetzten verdünnte Natronlauge mit Wärme. Dadurch verdampft das Wasser und die zugeführte Energie kann über Monate gespeichert werden. Sobald das Gemisch wieder mit Wasser in Berührung kommt, wird die Wärme freigesetzt.

Für die Forschungszwecke wurde extra ein isolierter Seefrachtcontainer auf dem EMPA-Areal aufgestellt, da konzentrierte Natronlauge stark ätzend ist und bei einem Arbeitsunfall nicht das Laborgebäude beschädigen sollte. Nach jahrelangen Versuchen gelang es den Forschern nun ein neues Heizsystem zu entwickeln, das ganzes Einfamilienhaus wärmen kann.

Das schweizerische Bundesamt für Energie unterstützt die Forscher mit einem Förderprogramm, dass die Idee zur Marktreife bringen soll. Ein Gebäude des EMPA soll schon bald mit dem Heizsystem aus Natronlauge beheizt werden.

Folgen Sie der Autorin auf Twitter: @Ott_Magdalena

Folgen Sie HLK auf Twitter: @HLKmagazin

https://www.youtube.com/watch?v=W-bhdJ-jlrs