Nachhaltige Stromerzeugung

Diese alte Getreidemühle produziert jetzt Energie

Zahlreiche Umbauten hat die ehemalige Getreidemühle von Josef Schatzl in Braunau schon durchgemacht. Seit 2005 wird damit kein Mehl mehr gemahlen, sondern nachhaltig Strom erzeugt. Wie das funktioniert, hat HLK herausgefunden.

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Lange Tradition

Von 1580 bis 1590 wurde die Getreidemühle am Blankenbach in Braunau errichtet. Seither wurde sie für zahlreiche Modernisierungen umgebaut. Statt Mühlensteine wurden Walzenstühle eingesetzt und auf das ebenerdige Gebäude wurde ein Halbstock aufgesetzt. Ganz klassisch wurde die Mühle für das Mahlen von Getreide verwendet. Die Bauern aus der Umgebung hatten so die Möglichkeit ihr Getreide sehr günstig zu Mehl machen zu lassen. Um 1979 hat das öffentliche Mahlen dann aufgehört und die Mühle wurde nur noch privat genutzt. 

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Lange Tradition

Von 1580 bis 1590 wurde die Getreidemühle am Blankenbach in Braunau errichtet. Seither wurde sie für zahlreiche Modernisierungen umgebaut. Statt Mühlensteine wurden Walzenstühle eingesetzt und auf das ebenerdige Gebäude wurde ein Halbstock aufgesetzt. Ganz klassisch wurde die Mühle für das Mahlen von Getreide verwendet. Die Bauern aus der Umgebung hatten so die Möglichkeit ihr Getreide sehr günstig zu Mehl machen zu lassen. Um 1979 hat das öffentliche Mahlen dann aufgehört und die Mühle wurde nur noch privat genutzt. 

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Wertvolles Erbstück

"Die Mühle ist schon lange im Besitz unserer Verwandtschaft. Mein Onkel war leidenschaftlicher Müller und hat die Getreidemühle noch lange für das Schroten des Schweinefutters verwendet. Ich habe die Mühle dann später von meiner Tante geerbt und nach einigen Jahren umgebaut", erklärt der heutige Mühlenbesitzer Josef Schatzl im Interview mit HLK. 

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Umbau mit Hürden

2005 begann der Umbau von der Getreidemühle, zur Stromquelle. "An der Einrichtung hat sich nichts geändert. Wir haben dort nie etwas entfernt und damit ist alles noch original erhalten. Nur einen Generator haben wir eingebaut", so Schatzl. Ganz unkompliziert war der Umbau jedoch nicht: Die Energie AG gab strenge Vorschriften vor, die eingehalten werden mussten. Bei einem Stromausfall muss die Anlage automatisch und vollkommen selbstständig zum Stehen kommen. Josef Schatzl musste sich dafür eine Lösung überlegen. Er installierte eine Hydraulikeinrichtung, die, sobald sie stromlos ist, automatisch einen Schieber senkt, der das Wasser umleitet. Damit wird die Energieerzeugung gestoppt. 

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33.000 Kilowatt Ökostrom

Rund 15.000 Euro hat Josef Schatzl in den Umbau der Mühle investiert. Hauptsächlich waren das Materialkosten, denn den Um- und Einbau hat er selbst übernommen. Im Jahr erzeugt das Wasserrad nun rund 33.000 Kilowatt Strom. Abhängig ist das natürlich vom jährlichen Wasserstand. Ein Teil des Stroms wird für die Eigenversorgung der Familie Schatzl verwendet. Der Rest wird ins Netz eingespeist. Zwischen drei und vier Cent erhält Schatzl für eine Kilowattstunde Strom. 

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Strenge Vorgaben verzögerten Umbau

Bereits vor 2005 hatte Schatzl die Idee, die Mühle zur Energiegewinnung zu nutzen. Doch damals waren die Vorschriften noch strenger und auch der Stand der Technik war noch nicht so fortgeschritten. Die Anlage betreibt Schatzl mehr als Hobby, nicht wegen des Profits: "Das lohnt sich gar nicht. Wenn eine Reperatur anfällt, dann muss ich viel Zeit und Geld in die Anlage stecken. Das Wasserrad muss dann mindestens ein halbes Jahr lang laufen, damit die Kosten abbezahlt sind."

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Mühsame Handarbeit

Eine Reparatur war dabei bisher besonders aufwendig: Aufgrund starker Abnutzung musste Schatzl kürzlich 180 Holzrelais erstellen. Jedes einzelne davon wurde geschliffen und individuell eingebaut. Das ist zwar sehr aufwendig, Schatzl bereitet die Arbeit mit der Mühle jedoch viel Freude. Er will die Mühle auch so lange wie möglich weiterführen und hofft auf eine spätere Übernahme seiner Kinder. Bis dahin läuft das Mühlenrad munter weiter.