Sanierung

Deutsche Verbände fordern Steuerförderung für Gebäudesanierung

Seit nunmehr acht Jahren hängt die Steuerförderung für Gebäudesanierung in Deutschland in der Warteschleife. Schon mehrmals stand der Punkt an der Tagesordnung und genau so oft wurde er wieder verworfen. 37 Verbände haben sich deshalb zusammen getan und machen ihre Forderungen publik.

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Die energetische Gebäudesanierung soll endlich steuerlich gefördert werden können, fordern 37 deutsche Verbände. 

In Deutschland verfassten 37 Verbände aus dem Bau- und Energiesektor nun einen gemeinsamen Brief an die Bundesregierung, in dem eine steuerliche Fördermöglichkeit für energetische Gebäudesanierungen gefordert wird. Bereits seit 2011 wird diese Maßnahme zwischen Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat diskutiert - bisher ohne Ergebnis. 

Bestandsgebäude sind große Chance

"In den kürzlich im Bundeskabinett verabschiedeten Eckwerten für den Bundeshaushalt 2020 wurde dieses zentrale Instrument jedoch zum wiederholten Male nicht berücksichtigt. Und dies, obwohl die Umsetzung auch in den letzten Wochen von Mitgliedern der Bundesregierung wieder in Aussicht gestellt wurde", heißt es in dem Schreiben und weiter: "Ein wirksamer Steueranreiz ist ein wichtiger Treiber, um die Potenziale für die energetische Ertüchtigung der Bestandsgebäude in Deutschland zu heben. Diese Chance darf nicht vertan werden, denn im Bestand kann die größte Energie- und CO2-Einsparung erzielt werden mit einem hohen Anteil regionaler Wertschöpfung und neuen Chancen für Verbraucher, Hausbesitzer, Beschäftigte, Unternehmen, Planer und Handwerk in Deutschland."

Kein Geld für die Umsetzung

Zuletzt sträubte sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz gegen die Steuerförderung. In seinen kürzlich vorgelegten Haushaltsplänen taucht die Förderung nicht auf. Grund dafür seien bestehende Förderprogramme sowie das Klimakabinett, das neue Ideen bringen solle, so Scholz. Das Finanzministerium stellt sich quer und blockiert damit die wichtige Forderung der 37 Verbände. Für Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie BEE, ist der Aufschub der Förderung nicht nachvollziehbar: "Es ist auch eine lange Forderung des BEE. Wir wollen eine Förderung für all diejenigen, die sich längst dazu bereiterklärt haben, auf nachhaltigere Systeme umzustellen. Wir verstehen nicht warum das so lange vertagt wird. Es wird immer wieder auf die Tagesordnung gesetzt, um dann doch wieder abgesetzt zu werden. Deshalb braucht es nun endlich Mut diese Förderung anzugehen." Für Peter ist die Steuerförderung für Gebäudesanierungen ein wichtiges Instrument für die Energiewende im Gebäudesektor. 

Auch Christian Noll, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz DENEFF wünscht sich ein schnelles Handeln: „Bei keiner Klimaschutzmaßnahme besteht so breiter gesellschaftlicher Konsens wie bei der Steuerförderung für die energetische Gebäudesanierung. Die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung steht auf dem Spiel, wenn es nicht gelingt, dieses wichtige Vorhaben endlich umzusetzen.“

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