COP25

Das soll die UN-Klimakonferenz in Madrid bringen

Vor allem um den Ausbau von Emissionshandelssystemen und die Finanzierung der Klimawende wird es bei der COP25 in Madrid bis 13. Dezember gehen.

COP25 CO2 Emissionen CO2-Abgabe

Die UN-Klimakonferenz geht am Montag, dem 2. Dezember in ihre 25. Runde. Dank des Überraschungsgastgebers Spanien wird Madrid die Gastgeberrolle übernehmen, nachdem Chile wegen der dortigen Unruhen abgesagt hat. Wichtigste Aufgabe für die rund 200 Mitgliedsstaaten des Pariser Klimavertrags ist es, das "Rulebook" fertigzustellen. Der Streit über die "Marktmechanismen" könnte weiter gehen.

Konkret geht es in dem Artikel 6 um die Emissionshandelssysteme und die Zukunft der "CDM-Projekte" (Clean Development Mechanism), bei denen Industrieländer in Schwellen-und Entwicklungsländern Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgas-Emissionen finanzieren, um ihre eigene Klimabilanz zu verbessern. Dazu zählt etwa die Modernisierung von Kraftwerken, oder die Aufforstung von Wäldern. Die CDM sind bereits Teil der Kyoto-Vertrags. Ein Problem bei der Überführung in den Pariser-Vertrag besteht darin, dass die klimafreundlichen Maßnahmen in Entwicklungsländern vollzogen wurden, die selbst keine Reduktionsverpflichtungen hatten - mit Paris ist jedoch nun jeder Staat, der unterzeichnet hat, derartige Verpflichtungen eingegangen.

Bei der COP24 in Polen war es Brasilien, das aus finanziellen Motiven darauf pochte, die alten CDM-Projekte des Kyoto-Vertrags unter dem Paris-Abkommen vollständig weiter laufen zu lassen, obwohl dies Schlupflöcher bei den Klimaschutzverpflichtungen in Form von Doppelzählungen bei den Emissionsreduktionen bedeuten würde. Am Ende wurde der Konflikt auf die nächste UN-Klimakonferenz vertagt. Artikel 6 enthält Leitlinien für das Funktionieren der internationalen Klimamärkte als Schlüsselkomponente der weltweiten wirtschaftlichen Instrumentarien zur Bekämpfung des Klimawandels, so das Klimasekretariat der Vereinten Nationen (UNFCCC).

Die EU spricht sich im Sinne des Klimaschutzes dafür aus, dass alte Zertifikate nicht mehr verwendet werden dürfen, heißt es aus dem Umweltministerium in Wien zu diesem "Knackpunkt". "Die Integrität der Mechanismen muss bewahrt werden, es wird keine einfache Verhandlung sein", prophezeite Jürgen Schneider, Chef der Klimasektion im österreichischen Umweltministerium bei einem Hintergrundgespräch vier Tage vor dem Beginn der Konferenz.

Als weiteren Schwerpunkt auf der COP25 nannte das Klimasekretariat das Thema "Loss and Damage", ein ständiger Streitpunkt bei den Klimakonferenzen. Hier geht es um die Zahlungen der Industriestaaten als Entschädigung für bereits eingetretene Klimaschäden an die Entwicklungsländer. "Wir haben zwar einige Fortschritte bei der Finanzierung der Entwicklungsländer im Zusammenhang mit dem Klimaschutz erzielt, werden aber die Industrieländer weiterhin nachdrücklich auffordern, ihre Zusage zu erfüllen, bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar zu mobilisieren", teilte die Klimachefin der Vereinten Nationen, Patricia Espinosa, am vergangenen Freitag mit.

Der Handlungsdruck steigt jedenfalls, wie etwa der jüngste Bericht der US-Wetterbehörde NOAA für das Jahr 2019 aufzeigt: "Der Planet Erde schwitzt weiter in unerbittlicher Hitze", resümierte die Behörde. Einzelne Monate waren heißer als je zuvor seit Beginn der NOAA-Aufzeichnungen im Jahr 1880, insgesamt wird das Jahr wohl als zweit heißeste nach 2016 in die Statistik eingehen. (APA/red)

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