Schwimmende Solaranlage

Das sind die fünf größten schwimmenden Solaranlagen

Photovoltaik am Feld, am Dach oder als Solarblume sind ein gewohntes Bild, doch Solarmodule im Baggersee? Dabei handelt es sich bisher noch um eine ungewöhnliche Maßnahme. Dennoch gibt es weltweit bereits einige Megaprojekte, die eine Solarfarm auf dem Wasser realisiert haben.

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Die O'Mega 1 Solarfarm ist die größte Europas. 

Floatovoltaics, von der englischen Bezeichnung „floating photovoltaic“, werden schwimmende Solaranlagen in der Branche liebevoll genannt. Was für einige ein störender Eingriff ins Landschaftsbild sein mag, ist für Inselstaaten die Lösung für die Erzeugung erneuerbarer Energie. Laut Weltbank lag die weltweit installierte Gesamtleistung von schwimmender Photovoltaik 2014 noch bei rund zehn Megawatt. Mittlerweile hat sich die Leistung mehr als verhundertfacht und ist auf 1,1 Gigawatt gewachsen. Und das hat gute Gründe.

Das bringt schwimmende Photovoltaik

Besonders auf Inseln ist das Land knapp und somit nur wenig Platz für Solarparks gegeben. Auch die Dächer der Häuser sind häufig nicht für eine schwere PV Anlage geeignet. Gerade auf den tropischen Inseln ist aber mehr als genug Sonneneinstrahlung vorhanden, die ausreichend erneuerbare Energie für die Bewohner bieten könnte. Schwimmende Solaranlagen, die im Meer, in Flüssen und Seen platziert werden können, bieten deshalb eine gute Möglichkeit die Sonnenenergie weltweit nutzen zu können – ganz unabhängig von der Freifläche eines Landes.

Doch das ist bei Weitem nicht der einzige Vorteil von Solartechnik am Wasser. Ähnlich wie die Wasseroberfläche die Sonnenbrandbildung bei Badegästen beschleunigt, begünstigt das reflektierende Wasser auch die Solarstromproduktion. Außerdem sind die Schwimmkörper auch für Flora und Fauna nützlich. Die Module hemmen die Verdunstung des Wassers sowie das Algenwachstum in den Gewässern. Letzteres ist vor allem bei Gewässern, deren Wasserkraft genutzt wird, wichtig. 

Platz 5: Singapur

Die Fläche von fünf Fußballfeldern umfasst die schwimmende Solarfarm in Singapur auf der Meerenge Straße von Johor, die die südliche Grenze der Malaiischen Halbinsel bildet. Die Sunseap Gruppe hat die Anlage 2018 angekündigt und will sie noch dieses Jahr in Betrieb genommen werden. Die Leistung der Anlage beträgt fünf Megawatt, womit jährlich 6,39 Megawattstunden erneuerbare Energie für rund 1.250 Haushalte generiert werden können. Durch die Solarenergie können außerdem 2.600 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Da auf dem nur 722,5 Quadratkilometer großen Inselstaat kein Platz für Photovoltaik-Freiflächenanlagen ist und auch die Kapazitäten der Hausdächer sehr begrenzt sind, stellen schwimmende Solaranlagen eine wichtige Alternative für Singapur da.

Platz 4: Großbritannien

Über 23.000 Solarpaneele befinden sich im Queen Elisabeth II Reservoir südlich der Themse. Errichtet wurde die Anlage vom Solarunternehmen Lightsource in Kooperation mit dem Wasserversorger Thames Water. Die beiden Unternehmen investierten rund 7,5 Millionen Euro in das Projekt.

https://youtu.be/lMraQUjdX-Y

Jedes Solarpaneel wurde auf einem separaten Schwimmkörper installiert. Diese Schwimmkörper wurden aneinander befestigt und aus den einzelnen Solarpaneelen entstand eine 47,500 Quadratmeter große Photovoltaikfläche. Insgesamt umfasst die Anlage eine installierte Leistung von 6,3 Megawatt, womit rund 1.700 Haushalte mit dem erzeugten Strom versorgt werden können. Jährlich können so 2.950 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden – das entspricht 469 Autos.

Platz 3: Japan

Vor ziemlich genau einem Jahr, am 5. März 2018, wurde die größte schwimmende Photovoltaik Anlage Japans in Betrieb genommen. Bereits im Dezember 2015 wurde aber mit dem Bau der Solaranlage begonnen. Platziert ist die 180.000 Quadratmeter große Anlage auf dem Yamakura Damm Reservoir, östlich von Tokio. Insgesamt wurden knapp 60.000 270 Watt starke Solarmodule installiert, die eine Gesamtleistung von 13,7 Megawatt erreichen. Damit können etwa 4.970 durchschnittliche Haushalte mit Solarenergie versorgt werden. Betrieben wird die Anlage von den beiden Unternehmen Kyocera Corporation und Tokyo Century Corporation. 

https://youtu.be/NDnVBFqpFpI

Platz 2: Frankreich

Auch Mitteleuropa hat schwimmende Solarfarmen zu bieten. Die größte davon befindet sich in einem Baggersee vor der französischen Stadt Orange und nennt sich O’Mega 1. Im September 2018 begannen die Montagearbeiten der 17 Hektar großen Anlage. Insgesamt wurden über 46.000 Module installiert, die etwa 4.700 Haushalte mit Solarstrom versorgen können. Der Ökostrom-Anbieter Akuo Energy finanzierte die Anlage unter anderem mit einer Crowdfunding-Aktion. 

Die Spitzenleistung von O’Mega 1 liegt bei 17 Megawatt. Die Doppelglas-Struktur der monokristallinen PERC-Doppelglas-Module schützt die Solarzellen während der gesamten Lebensdauer vor starker Feuchtigkeit und verhindert Verluste durch potenzialinduzierte Degradation.

Platz 1: China

Nicht nur beim Photovoltaikausbau auf dem Festland ist China weltweiter Vorreiter, auch am Wasser trumpft die Republik auf. Die Huainan Solarfarm ist aktuell die größte schwimmende Solarfarm der Welt und umfasst eine Leistung von 40 Megawatt. Der Solar-Experte Sungrow hat insgesamt 166.000 Solarpaneele installiert, wodurch 15.000 Haushalte mit elektrischem Strom versorgt werden können. 2017 wurde die Huainan Solarfarm in Betrieb genommen und löste damit die damals größte Solarfarm in der chinesischen Provinz Anhui ab. Diese wurde vom Unternehmen Xinyi Solar errichtet und erreichte eine Spitzenleistung von 20 Megawatt.

https://youtu.be/qKpYH5SYUeo

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