Energieversorger

Das sind die fünf größten Energieversorger Europas

Der durchschnittliche Europäer verbraucht etwa 6.201 Kilowattstunden elektrische Energie im Jahr. Der Durchschnitts-Österreicher sogar noch mehr. Wer produziert den ganzen Strom und aus welchen Quellen kommt er?

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Das sind die größten Energieversorgungsunternehmen in Europa.

Rund 6.201 Kilowattstunden Energie verbraucht der Durchschnittseuropäer im Jahr. Spitzenreiter waren zuletzt die Finnen mit einem Gesamtverbrauch pro Kopf von 15.372 Kilowattstunden im Jahr. Mit etwa 7.762 Kilowattstunden liegt Österreich deutlich über dem Durchschnitt. Aber woher kommt der Strom eigentlich? Die Top-Energieversorger hat HLK für Sie zusammengefasst.

5. RWE

Mit der geplanten Rodung im Hambacher Forst und den damit einhergehenden Demonstrationen ist der Bekanntheitsgrad des Energiekonzerns RWE deutlich gestiegen, wenn auch nicht im positiven Sinne. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Essen und ist ein börsennotierter Energieversorgungskonzern. Rund 44,6 Milliarden Euro hat RWE 2017 umgesetzt und 59.547 Mitarbeiter sind für den Konzern tätig. RWE positioniert sich klar als Gegner des Kohleausstiegs, produziert das Unternehmen doch den Großteil seiner Energie aus dem fossilen Brennstoff. Alleine im Jahr 2017 war der Konzern für den Ausstoß von 217 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich. Damit gehört der Energieversorger zu den größten Treibhausgas-Verursachern der Welt. 2016 gründete RWE die Tochtergesellschaft Innogy, die hauptsächlich erneuerbare Energie für die Stromproduktion nutzt.

4. Engie

Bis 2015 war das Unternehmen noch unter GDF Suez bekannt, dann wurde der französische Energieversorger in Engie umbenannt. Engie hat seinen Sitz ebenfalls in Paris und erzielt einen jährlichen Umsatz von rund 66,6 Milliarden Euro. 24,1 Prozent der Anteile an Engie entfallen auf den französischen Staat. Insgesamt beschäftigt die Engie-Gruppe 153.090 Mitarbeiter, 3.000 davon in Deutschland. Der deutsche Sitz von Engie befindet sich in Berlin. Engie Deutschland erreichte 2016 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro. In Österreich beschäftigt Engie rund 1.000 Mitarbeiter. Den Großteil seiner Energie gewinnt die Engie-Gruppe aus Erdgas. Große Teile der Energie bezieht der Konzern außerdem aus Kohle, Wind- und Wasserkraft. Insgesamt macht die erneuerbare Energie aber nur einen kleinen Teil der Energieproduktion aus.

3. EDF

Bei Électricité de France EDF handelt es sich um eine staatlich dominierte Elektrizitätsgesellschaft mit Sitz in Paris. Bis 2017 galt EDF noch als zweitgrößter Stromerzeuger der Welt, dann sank der Umsatz jedoch etwas und liegt nun bei 69,9 Milliarden Euro. Grund für die Verluste ist unter anderem ein Schuldenstand von 37,4 Milliarden Euro im Jahr 2016. Der französische Staat kaufte deshalb im März 2017 rund 75 Prozent der im Rahmen einer Kapitalerhöhung angebotenen neuen Aktien von EDF. Im März 2019 zog das Unternehmen dann ein Großprojekt an Land: EDF soll die beiden Offshore-Windparks Dongtai IV und V in China errichten. Insgesamt sollen die Parks eine Gesamtleistung von 500 Megawatt erreichen. Rund 158.000 Mitarbeiter sind bei dem französischen Energieversorger tätig.

2. Uniper

Platz zwei der größten Energieversorger in Europa belegt Uniper. Das Unternehmen wurde ursprünglich vom Energiekonzern E.ON gegründet und für die Abspaltung von Wasserkraft, Kohle und Gas genutzt. Damals galt Uniper als E.ONs Resterampe, mittlerweile erzielt das Unternehmen aber einen größeren Umsatz als die ehemalige Muttergesellschaft. Im Jahr 2017 setzte Uniper insgesamt 72,2 Milliarden Euro um. Rund 12.180 Mitarbeiter in über 40 Ländern beschäftigt das Unternehmen außerdem. Rund ein Drittel dieser Mitarbeiter sind in Deutschland beschäftigt. Dort, genauer gesagt in Düsseldorf, liegt auch der Sitz von Uniper. Der Unternehmensname wurde bei der Gründung von einem langjährigen Mitarbeiter vorgeschlagen. Der Name setzt sich aus den Worten unique und performance zusammen.

1. Enel

Der italienische Energiekonzern Enel ist nicht nur Europas, sondern laut dem deutschen Statistikportal Statista auch der weltweit größte Energieversorger. Der Elektrizität- und Gasversorger hat seinen Sitz in Rom und ist insgesamt in 35 Ländern tätig. Auf der jährlich erscheinenden Liste Forbes Global 2000 belegt Enel Platz 75 der 2.000 größten börsennotierten Unternehmen. 2017 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 74,64 Milliarden Euro und beschäftigte rund 62.900 Mitarbeiter. Enel gilt nicht nur in der Energieversorgung als Vorreiter, sondern auch in der Digitalisierung: Seit den 1190er Jahren hat der Energieversorger über 30 Millionen Haushalte mit digitalen Stromzählern ausgestattet.

Größter Energieversorger in Österreich

Der umsatzstärkste Energieversorger in Österreich ist Verbund. Das Versorgungsunternehmen erzielt einen jährlichen Umsatz von rund 2,8 Milliarden Euro und beschäftigt 2.923 Mitarbeiter. Verbund deckt über 40 Prozent des Strombedarfs in Österreich. Den Großteil seiner Energie bezieht das Unternehmen aus der Wasserkraft und zählt zu Europas größten Erzeugern von Strom aus Wasserkraft. Insgesamt betreibt Verbund 128 Wasserkraftwerke in Österreich, darunter 22 Speicher- und 106 Laufkraftwerke. Zuletzt wurde das Unternehmen für den enormen Anstieg der Energiepreise kritisiert. Um neun Prozent erhöhten sich die Stromkosten im April. Grund dafür soll der höhere Marktpreis von Strom sein.

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