Tag der Erde

Das bekam die neue Regierung am Tag der Erde zu hören

Der internationale Tag der Erde steht für die Wertschätzung und Rücksichtnahme unseres Planeten. Einige Klimaschützer nutzten den Anlass nun aber auch, um Kritik an der Klima- und Energiestrategie der neuen Regierung zu äußern.

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Während der internationale Tag der Erde zur Wertschätzung unseres Planeten genutzt werden sollte, stoß die österreichische Regierung auf starke Kritik seitens der Umweltschützer. 

Der Tag der Erde wird jedes Jahr am 22. April gefeiert und steht in über 175 Ländern für die Wertschätzung der natürlichen Umwelt. Gleichzeitig soll der Tag aber auch dazu anregen das Konsumverhalten zu überdenken, um dadurch die Ressourcen der Erde zu schonen. 

Ein Tag im Zeichen der Abfallvermeidung

Der diesjährige Tag der Erde stand unter dem Motto „Verschmutzung durch Plastik stoppen“. Zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr ins Meer. Bis 2050 wird es im Ozean mehr Plastik als Fische geben. Weltweit setzten sich Prominente, Umweltschutzorganisationen und Bürger für die Müllvermeidung ein und säuberten Strände, Flüsse und Städte von Abfällen. Unter anderem engagierte sich auch Jane Goodall, eine britische Verhaltensforscherin mit einer Online-Kampagne für den Tag der Erde. In einem Video erklärt die Forscherin wie Affen Werkzeug nutzen und zeigt damit wie nah Mensch Natur einander sind.

https://youtu.be/q8v9MvManKE

Aufgrund der Erderwärmung schmilzt das Eis in Grönland schneller als bisher angenommen. Die Polarregionen erwärmen sich doppelt so schnell als andere Regionen auf der Erde. Zudem gab es in der Arktis mitten im Winter eine Hitzewelle und das nicht zum ersten Mal. Dieses Naturphänomen zeigt sich bereits das dritte Jahr in Folge. Die Gletscher im Denali-Nationalpark in Zentralalaska schmelzen 60-mal so schnell als noch vor 150 Jahren.

Heftige Kritik am Tag der Erde

Die österreichische Umweltschutzorganisation Global 2000 sieht anlässlich der kürzlich präsentierten Erkenntnisse der Klimaforschung Österreichs deutlichen Verbesserungsbedarf beim Entwurf der Klima- und Energiestrategie Mission 2030. „Die derzeitige Ambition ist nicht vereinbar mit den Pariser Klimaschutzzielen, es braucht deutlich schnellere Reduktionen von Treibhausgasemissionen“, betont Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von Global 2000.

Der erste Tag der Erde im Jahr 1970 mobilisierte über 20 Millionen Amerikaner, die in größeren amerikanischen Städten von Washington DC bis Seattle auf die Straßen strömten, und ist auch heute noch die größte Bürgeraktion in der menschlichen Geschichte. Über die Jahre machte der Tag der Erde eine Änderung von einer Umweltbewegung mit Schwerpunkt auf Umweltschutz hin zu einer Bewegung durch, die sich ebenfalls auf menschliche Gesundheit, Biodiversität und Weltbürgerschaft konzentriert. Der erste Tag der Erde schuf einen massiven politischen Impuls und führte zu dem wichtigen Rahmen der heutigen Umweltgesetze zu Wasser, gefährdeten Arten, Luftverschmutzung und Verschmutzung durch gefährliche Abfälle.

"Trotz dieses erstaunlichen Erfolgs und jahrzehntelangen Umwelt-Fortschritten stehen wir noch schwierigeren, beinahe existenziellen globalen Herausforderungen in Sachen Umweltschutz gegenüber, vom Verlust der Biodiversität über den Klimawandel bis hin zur Verschmutzung durch Plastikmüll. Hier ist ein Handeln auf allen Regierungsebenen erforderlich", so Denis Hayes, der den ersten Earth Day im Jahr 1970 koordinierte.

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