Brandabschottung

Brettsperrholz und der Brandschutz

Holz ist seit jeher eines der wichtigsten Baumaterialien. Schon die ersten Behausungen wurden aus Holzkonstruktionen und Lehmziegel gebaut. Tausende Jahre später sind es keine Baumstämme mehr, sondern massive, vorgefertigte Bauelemente aus Brettsperrholz. Also Massivholztafeln, die aus mehreren über Kreuz flach aufeinander verleimten Brettlagen bestehen. Aber wie sieht es mit dem Brandschutz aus?

Von
Brandschutz Air Fire Tech Brandabschottung

Brandversuch mit Einzelrohrdurchführungen, unterschiedlichen Kombischotts und Air Fire Tech Mischschott aus Tirotech Brandschutzmörtel in Brettsperrholzwand.

Bauen mit Holz ist ökologisch. Holz wächst nach und kann bei Abriss eines Gebäudes umweltbewusst entsorgt oder recycled werden. Für ein waldreiches Land wie Österreich ist es naheliegend sich damit professionell in allen Belangen auseinanderzusetzen. Auch im Brandschutz. 

Projekt mit der Holzforschung Austria

Die Holzforschung Austria brachte bereits im Jahre 2012 eine über die Grenzen hinaus beachtete Fachliteratur zum Thema „Brandabschottung im Holzbau“ heraus. Dem folgte nun ein weiteres Brandschutzprojekt das kurz vor dem Abschluss steht.

© Air Fire Tech

Einzelrohrdurchführung aufgesetzte Brandschutzmanschette in Brettsperrholz.


Es sprechen unterschiedlichste Gründe dafür, ein Bauprojekt in Massivholzbauweise auszuführen. Der hohe Grad an Vorfertigung reduziert die Bauzeit auf der Baustelle und erhöht gleichsam die Qualität der Ausführung erheblich. Dies bringt immer mehr Planer und Architekten dazu sich mit der Massivholzbauweise näher zu beschäftigen. Das Bauen mit Brettsperrholzelementen lässt die Planung speziell im Bereich Brandschutz in den Vordergrund rücken. Denn die Leitungsführung der Haustechnikinstallationen sowie die dazugehörigen Abschottungen gehören im Vorfeld sorgsam geplant. 

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Nach dem Brandversuch: Air Fire Tech Mischschott aus Tirotech Brandschutzmörtel mit Brandrohrmanschetten und Feurschutzabschlüssen FLI-VE90 in einer Brettsperrholzdecke.

Was steht in den Leistungserklärungen?

Massivdecken und -wände aus Brettsperrholz sind prüf- und zulassungstechnisch derzeit keine Normtragkonstruktionen wie Massivdecken und -wände aus Beton. Das bedeutet, dass der Haustechnikplaner überprüfen muss, ob die europäisch technische Bewertung (ETA) des Brettsperrholzherstellers in der ETA bzw. Leistungserklärung des Abschottungsherstellers enthalten ist. In Abhängigkeit von der Art der Baustelle, ist die Koordination aller Gewerke im Hinblick auf den Gesamtablauf der Bauarbeiten, einschließlich der Nachfolgearbeiten zu beachten. 
In den letzten Jahren hat es im Bereich Bauen eine Vielzahl an Innovationen gegeben. Bei der Überarbeitung der OIB-Richtlinie ist auch das Bauen mit Holz berücksichtigt worden. Darauf aufbauend wurde in Kooperation mit dem Brettsperrholzhersteller Stora-Enso, der Holzforschung Austria und den Brandschutzprodukte-Herstellern Air Fire Tech und Promat ein weiteres Projekt durchgeführt. Die Erkenntnisse dieses Projektes werden abermals durch die Holzforschung Austria in einer Fachbroschüre zusammengefasst. Die Broschüre kann nach Fertigstellung bei den Projektteilnehmern angefordert werden.

Die 3 Konzepte

Auch im Holzbau hat es sich bewährt die Leitungsführungen von Sanitär, Heizung, Klima und Lüftung in Schächten zu konzentrieren. Als Entscheidungsgrundlage für die Planung sind drei unterschiedliche Konzepte für die Abschottungen der haustechnischen Rohr- und Leitungsführungen möglich.

1. Die Einzelrohrdurchführung durch Brettsperrholz

Im Zuge des bereits erwähnten Forschungsprojektes wurden eine Vielzahl neuer Einzelrohrdurchführungen für brennbare und nicht-brennbare Rohre in Wand- und Deckenelementen aus Brettsperrholz geprüft. Für die Abschottung der Lüftungsleitungen wurde die Air Fire Tech Brandschutzklappe INLAP gemäß EN15650 sowie national zugelassene Air Fire Tech Feuerschutzabschlüsse FLI-VE90 gemäß OIB-Verwendungsgrundsatz als Einzeldurchführung geprüft.

2. Das Kombischott / Mischschott in Brettsperrholz

Von einem Kombischott spricht man, wenn Rohre und Kabel durch eine gemeinsame Öffnung geführt und mit einem Abschottungssystem verschlossen werden. Von einem nationalen Mischschott spricht man, wenn durch ein Kombischott zusätzlich Luftleitungen mit Brandschutzklappen oder Feuerschutzabschlüssen geführt werden.

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Tirotech Mischschott mit Air Fire Tech Brandschutzmanschetten und Feuerschutzabschluss FLI-VE.

Im Zuge des Projektes wurde das Kombischott/Mischschott Tirotech bestehend aus:

  • Brandschutzmörtel Tirotech
  • Brandschutzmanschetten RORCOL EI90 für Rohre und Kabeln sowie 
  • Brandschutzklappen INLAP EI90 und 
  • Feuerschutzabschlüssen FLI-VE90

in Brettsperrholz geprüft. 

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Durchbruch in Brettsperrholz mit Kettensäge ohne aufwendiger Laibungsausbildung bei Tirotech Brandschutzmörtel.


Der Tirotech Brandschutzmörtel überzeugt, nebst geringem Gewicht und seiner raschen Erstarrung auch durch eine einfache und schnelle Verarbeitung ohne aufwendige Laibungsausbildung. In der Praxis bedeutet dies, dass auch unebene mit z. B. Motorsägen ausgeschnittene Laibungsflächen in Durchbrüchen mit Tirotech Brandschutzmörtel ausgefüllt werden können. Aus statischen Gründen sind in den Durchbrüchen zur Stabilisierung Holzschrauben oder Drahtstifte (Nägel) als Bewehrung zu setzen. 
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Tirotech Brandschutzmörtel einfache Verarbeitung, rasche Erstarrung, geringes Gewicht. Ein 30 Liter Sack wiegt nur 9 kg.

3. Der Schachttyp A - Schachtwände aus Gipskarton

Neben der Einzelrohrdurchführung und den neuen Kombiabschottungen gibt es eine weitere und seit Jahrzenten bewährte Bauweise die sich für den Holzbau geradezu aufdrängt, den Schachttyp A, sprich die einseitig beplankte Gipskartonständerwand. Der Schachttyp A ist eine Möglichkeit um Rohr- und Kabeldurchführungen durch Brettsperrholzelemente zu umgehen.

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Einseitig beplankte Gipskartonschachtwand in Brettsperrholz mit luftdichten Gipsplattenmodulen zur Abschottung von Sanitärleitungen und WC-Montagegestell.


Entsprechend der OIB Richtlinie 2 Brandschutz sind bei Gebäuden der Gebäudeklasse 4 und 5 mit nicht mehr als sechs oberirdischen Geschoßen an der Schachtinnenseite eine Bekleidung in A2 erforderlich. Bei Gebäuden der Gebäudeklasse 5 mit mehr als sechs oberirdischen Geschoßen müssen die Schachtwände in A2 ausgeführt werden.
Die Ausbildung der Schachtwandanschlüsse an die Brettsperrholzelemente sind in der Broschüre „Brandabschottung im Holzbau“ der Holzforschung Austria dargestellt.
Als Spezialist für Brandschutz in Schachwänden entwickelte Air Fire Tech bereits vor Jahren vorgefertigte Gipsmodule die auf die jeweilige Schachtwandbeplankung und den vorliegenden Rohrtypen und Isolierungen abgestimmt sind. Diese Module sind nun auch mit einer integrierten Dichtebene ausgestattet und können neben den Sanitärleitungen nun auch für Klimaleitungen, isolierte Luftleitungen oder Kabel verwendet werden.
© Air Fire tech

Luftdichtes Premo Rorcol Brandschutzmodul aus Gipsplatten für Rohrdurchführungen.

Fazit

Es kommt auf das Bauvorhaben an, wo man mit einem der oben genannten Konzepte den meisten Gestaltungsspielraum generiert. Auf jeden Fall sind aufgrund des Forschungsprojektes eine Vielzahl an zusätzlichen innovativen und zugelassenen Abschottungsmöglichkeiten für die Massivholzbauweise verfügbar. Die Firmenphilosophie von Air Fire Tech ist es, ein zeitgemäßer, innovativer und zuverlässiger Partner im Bereich Brandschutz für alle haustechnischen Gewerke zu sein. Wir entwickeln für und mit unseren Kunden Lösungen die mit den Innovationen der Bauindustrie einhergehen. Dabei achten wir immer auf die praxisgerechte und schnittstellenoptimierte Montage. Auch im Holzbau!