Wiener Stadtwerke

Brauner und Hall - Kampf gegen gefährliche Kleinwasserheizer

Die Wiener Stadtwerke starten eine Förderaktion zum Umtausch veralteter Gas-Kleinwasserheizer auf leistbare, moderne Geräte. Ziel ist der Austausch der noch rund 16.500 in Wiener Wohnungen installierten Geräte, die die Sicherheit der Bewohner gefährden.

Heizungstechnik

"Jedes Jahr kommt es zu Unfällen mit Todesfolge durch diese Gas-Kleinwasserheizer. Es freut mich daher sehr, dass die Wiener Stadtwerke mit dieser Aktion Verantwortung zeigen", sagte Vizebürgermeisterin Renate Brauner am Freitag in einem Pressegespräch mit Wiener Stadtwerke-Energievorstand Marc H. Hall. Für Hall eine Selbstverständlichkeit: "Auch ohne unmittelbare Zuständigkeit sind wir als verantwortungsvoller Versorger rund um die Uhr für die Wienerinnen und Wiener im Einsatz."

Geförderte Tauschaktion von Wien Energie für mehr Sicherheit im Haushalt – "Social Contracting"-Modell mit Einspargarantie für alle Kunden. Im Bild Vizebürgermeisterin Renate Brauner und Wiener Stadtwerke-Energievorstand Marc H. Hall © Wiener Stadtwerke/Lehmann
Geförderte Tauschaktion von Wien Energie für mehr Sicherheit im Haushalt – "Social Contracting"-Modell mit Einspargarantie für alle Kunden. Im Bild Vizebürgermeisterin Renate Brauner und Wiener Stadtwerke-Energievorstand Marc H. Hall

In den 90er Jahren gab es noch mehr als 100.000 Stück 5-Liter-Gas-Kleinwasserheizer in den Wiener Haushalten. Dank politischer Initiativen der Stadt Wien sowie Aktionen der Wiener Stadtwerke konnte diese Zahl bis auf zirka 16.500 Stück reduziert werden, erinnerte Brauner. Schon seit Ende der achtziger Jahre dürfen die Geräte nicht mehr neu montiert werden, seit 2006 auch nicht mehr als Tauschgeräte. Besonders gefährlich an den Heizern ist, dass sie über keinen Kaminanschluss verfügen. Ohne ausreichende Durchlüftung der Wohnräume bleibt das beim Betrieb der Kleinwasserheizer entstehende Kohlenmonoxid im Raum, schwere Vergiftungen können die Folge sein. Mit einem Elektro-Speicher kann das nicht passieren, der Betrieb ist in etwa aufkommensneutral, der Kunde erspart sich aber jedenfalls die alle zwei Jahre vorgeschriebene Überprüfung des Geräts.

Die Tauschaktion gilt grundsätzlich für alle Wiener Haushalte, die noch einen derartigen veralteten Gas-Kleinwasserheizer installiert haben. Für Mobilpass-Besitzer gibt es im Rahmen der Wiener Energieunterstützung 2012/2013 die Möglichkeit einer Unterstützung – nähere Infos beim MA 40-Servicetelefon Tel. 01/4000-8040. Für alle anderen Haushalte gibt es ein eigenes "Social Contracting"-Modell, informierte Vizebürgermeisterin Brauner. Ein Umstieg auf einen modernen Strom-Kleinwasserheizer kostet rund 400-500 Euro. Wien Energie Gasnetz unterstützt den Tausch mit einem "Abschiedsbonus" von 40 Euro, 35 Euro Rabatt kommen von der Firma, die den Elektrospeicher produziert. In den nächsten Tagen werden alle 16.500 Besitzer eines Gas-Kleinwasserheizers ohne Kaminanschluss angeschrieben und über die Aktion informiert, so Brauner.

Energievorstand Hall ergänzt: "Wer sich den Umtausch nicht auf einmal leisten kann, erhält von uns die Möglichkeit der zinsfreien Ratenzahlung. Für uns rein finanziell kein gutes Geschäft, aber Sicherheit geht vor." Das innovative Finanzierungsmodell ("Social Contracting") sieht einen zinsenfreien Ratenplan über drei Jahre mit vierteljährlichen Zahlungen vor.

Nach Bezahlung der letzten Rate bekommen die Kunden einen Energie-Gutschein von 100 Euro. Nachdem sich der Kunde für den Umstieg auf das neue Kleinwasserheizer-Modell entschieden hat, geht er einen Vertrag mit Wien Energie ein. Der Warmwasserspeicher wird vom Installateur montiert, die Rechnung samt Ratenvereinbarung und Einbaubestätigung geht an Wien Energie Gasnetz. Der Kunde muss sich um nichts weiter kümmern und bezahlt wie vereinbart mittels Ratenplan den Umbau.

Eine "deutlich geringere Zahl an veralteten Kleinwasserheizern" sowie eine Bestandsaufnahme, wie viele Geräte tatsächlich noch in Betrieb sind, erhofft sich Stadtwerke-Vorstandsdirektor Hall von der Aktion, die von 15. Februar bis Jahresende laufen wird. Es handelt sich um die bereits vierte Aktion seit den neunziger Jahren.