Erneuerbare Energie

Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch sinkt erstmals seit 2010

Im österreichischen Stromverbrauch verringert sich der Anteil der erneuerbaren Energie deutlich. Das zeigen neue Berechnungen der Statistik Austria. Auch in den anderen Sektoren sieht es für die Erneuerbaren nicht gut aus.

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Der sinkende Anteil hängt unter anderem mit dem gehemmten Windkraftausbau zusammen.

Zum ersten Mal seit 2010 ist der Anteil der erneuerbaren Energie am Stromverbrauch gesunken. Er liegt nun bei 72,2 Prozent, das ist ein Minus von 1,1 Prozent. Auch in anderen Bereichen zeigt sich ein Rückgang der Erneuerbaren. Das belegte nun die neue Energiebilanz der Statistik Austria für das Jahr 2017. „Die Zahlen sind insofern erschreckend, da in allen relevanten Bereichen die Anteile der erneuerbaren Energien erstmals seit langem wieder sinken“, stellt Moidl fest und fordert klare und rasche Taten beim Ausbau der erneuerbaren Energien.

© IG Windkraft

Rückgang im Windkraftausbau

Der Rückgang des Windkraftausbaus macht deutlich, warum der Anteil der Erneuerbaren zurückgeht. Dieses Jahr werden 104 Windräder weniger gefördert als noch 2016. „Da ist es wirklich unverständlich, wieso die Politik nicht den 200 fertig genehmigten Windrädern sofort die Umsetzung ermöglicht, anstatt sie in einer jahrelangen Warteschlange ohne Perspektive auf Realisierung zu lassen“, so Moidl. Laut IG Windkraft hat der abfallende Anteil des Ökostroms wenig mit den Schwankungen der erneuerbaren Stromproduktion zu tun. 

© IG Windkraft

Zwar war das Jahr 2017 ein schlechtes Jahr für die Wasserkraft, die Stromproduktionsreduktion im erneuerbaren Bereich konnte aber durch die Windkraft, die 2017 ein überdurchschnittliches Jahr aufzuweisen hatte, bei weitem wettgemacht werden. In Summe konnte die Stromproduktion durch erneuerbare Kraftwerke sogar um 0,5 Prozent gesteigert werden. Im Gegensatz dazu nahm der Stromverbrauch um 2,2 Prozent zu und liegt bereits bei 74 Milliarden Kilowattstunden.

Schlechte Zahlen im Verkehrssektor

Noch schlechter sieht es im Bereich Verkehr aus. Hier stehen die Zeichen bereits seit 2015 auf Rückgang und der Anteil der Erneuerbaren sinkt bereits das zweite Jahr in Folge. Auch im Wärmebereich ist eine leichte Abnahme festzustellen. Durch die drohende Schließung vieler Holzkraftwerke, könnte dieser negative Trend im neuen Jahr noch deutlich Fahrt nach unten aufnehmen.

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