Kohleausstieg

Altmaier hält Braunkohle-Ausstieg schon 2035 für möglich

Für den deutschen Wirtschaftsminister Peter Altmaier ist ein Kohleausstieg auch vor 2038 denkbar. Von welchen Bedingungen das abhängt.

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Für Peter Altmaier ist ein verfrühter Kohlausstieg denkbar.

Der deutsche Wirtschaftsminister Peter Altmaier hält eine Abschaltung des letzten Braunkohlekraftwerks in Deutschland bereits 2035 für möglich. Man könne schon vor dem Jahr 2038 aussteigen, wenn die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit des Stroms gesichert sei, sagte er am Dienstag bei einer Energietagung in Berlin. "Wobei ich überzeugt bin, dass beide Ziele zu erreichen sind."

Darüber solle 2026 entschieden werden. Die Kohlekommission der Regierung hatte auch empfohlen, einen kompletten Kohle-Ausstieg - also inklusive der Steinkohle - bis 2035 zu prüfen. Dies soll dann Anfang der 2030er Jahre entschieden werden.

Altmaier sagte, Gaskraftwerke müssten für die Übergangszeit eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung spielen. Diese könnten dort entstehen, wo jetzt Kohlemeiler stehen. Gaskraftwerke stoßen nur etwa die Hälfte des CO2s aus, das Kohlemeiler produzieren. Die deutsche Bundesregierung will zudem die Umrüstung von alten Kohlekraftwerken auf Gas finanziell fördern. Die Gas-Anlagen könnten später auf sogenannten grünen Wasserstoff umgestellt werden. Dabei wird das Gas mit Hilfe von Wind- oder Solarstrom erzeugt. "Wir werden es ohne grünen Wasserstoff auf Dauer nicht schaffen", sagte der CDU-Politiker mit Blick auf die Klimaziele.

Die Bundesregierung will in den nächsten Wochen eine Strategie vorstellen, wie solcher Wasserstoff im industriellen Maßstab erzeugt werden kann, der auch in der Industrie oder im Flugverkehr zum Einsatz kommen könnte. Derzeit ist die Produktion noch unwirtschaftlich. Langfristig muss laut Altmaier der Bedarf von Wasserstoff in Deutschland aber aus besonders wind- und sonnenreichen Ländern gedeckt werden. Ohne Importe werde es nicht gehen. (APA/Red)