Dena-Studie

Alle Lösungsoptionen im Gebäudesektor unverzichtbar

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat kürzlich ihre neue Leitstudie „Aufbruch Klimaneutralität“ vorgestellt. Demnach sind ein breiter Energiemix, mehr Energieeffizienz, eine technologieoffene Strategie, sowie alle Möglichkeiten erneuerbarer Energien gleichermaßen notwendig, um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen.

Wie kann die Transformation zu einem klimaneutralen Gebäudebestand gelingen? Die dena-Studie liefert dazu fundierte Informationen.

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat kürzlich ihre neue Leitstudie „Aufbruch Klimaneutralität“ vorgestellt. Mehr als zehn wissenschaftliche Institute sowie ein 45-köpfiger Beirat mit hochrangigen Experten (m/w/d) aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft haben dazu ihre Expertise eingebracht. Über 70 Unternehmen steuerten ihre Branchenerfahrungen und Markteinschätzungen in Diskussionen bei. Erkenntnisse aus verschiedenen Gutachten und Diskursen sind in diesen Abschlussbericht eingeflossen.
Die Multi-Stakeholder-Studie beschreibt Lösungsansätze zur Entwicklung eines integrierten, klimaneutralen Energie- und Wirtschaftssystems in Deutschland bis 2045 und geht dabei differenzierter vor, als viele andere aktuelle vergleichbare Studien. Für die Sektoren Gebäude, Verkehr, Industrie, Energie sowie Landwirtschaft und LULUCF bietet die dena-Leitstudie konkrete Lösungsansätze und CO2-Reduktionspfade.
 

Alle Ressourcen und Möglichkeiten gleich wichtig

Zentrales Ergebnis der dena-Studie ist, dass in allen Sektoren die Erhöhung der Energieeffizienz, der verstärkte Einsatz von elektrischen Endanwendungen wie auch effizienter Anlagentechnik und der Einsatz von erneuerbaren gasförmigen und flüssigen Energieträgern gleichermaßen notwendig ist, um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen.
Dabei wird betont, dass bei diesen einzeln genannten Maßnahmen keine Rangfolge oder Priorisierung gesehen wird, sondern alle genannten Aspekte gleichermaßen unverzichtbar sind. Jeder einzelne Aspekt wird dabei als herausfordernd und ambitioniert bezeichnet.
Daher hat die dena politische Handlungsempfehlungen aus den Studienergebnissen abgeleitet, die helfen sollen, die ambitionierten Ziele im Gebäudesektor zu erreichen:
• Weiterentwicklung der Fördersystematik
    o Förderprogramme auf das Ziel der Klimaneutralität ausrichten
    o Prinzip “Fördern und Fordern” ermöglichen
    o bestehende Förderung sichern und verstetigen
• Unterstützung von Markteinführung und Markthochlauf klimaneutraler synthetischer Brennstoffe
• Stärkung von Digitalisierung und Gebäudeautomation
• Anpassungen ordnungsrechtlicher Vorgaben im Neubau in Verbindung mit Förderung
• Verbesserung der Umsetzung des Ordnungsrechts im Bestand
• Gebäudenahe Energieerzeugung (KWK, Brennstoffzelle, PV) stärker systematisch betrachten - Verbraucher als Prosumer ermöglichen

Alle Register ziehen

Dem Gebäudesektor kommt für die Erreichung der Klimaschutzziele eine Schlüsselrolle zu. Auf ihn entfallen rund 40 % des Endenergieverbrauchs, nicht nur in Deutschland. „Die dena-Leitstudie macht deutlich, dass mit einem breiten Energiemix und einer technologieoffenen marktwirtschaftlichen Strategie die ambitionierten Klimaschutzziele erreicht werden können“, sagt Uwe Glock, Präsident des Spitzenverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH).
„Die Studienergebnisse, als auch die Handlungsempfehlungen, stützen die BDH-Sichtweise und damit die der Deutschen Heizungsindustrie, dass alle Lösungsoptionen erforderlich sind, um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen“, so BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt. Dies gelte sowohl für die technischen Lösungen im Bereich der Heizsysteme, als auch im Bereich der Defossilisierung des Energiemixes im Wärmemarkt über Erneuerbare und CO2-freie Energieträger. „Es gilt alle Register zu ziehen“, so Staudt.
Die dena-Studie „Aufbruch Klimaneutralität“ liefert nicht nur vor dem Hintergrund der in Deutschland stattfindenden Koalitionsverhandlungen Leitlinien für die Energiepolitik, sondern zeigt auch anderen Akteuren in Europa wichtige Perspektiven und Möglichkeiten auf.