Klima- und Energiefonds

3 Millionen Euro für thermische Sanierung betrieblicher Gebäude

Die Klimaziele geben den Weg vor. Schon in wenigen Jahrzehnten soll der Gebäudesektor frei von Treibhausgas-Emissionen sein. Dazu muss man aufgrund der Langlebigkeit von Sanierungen schon heute den Weg für ambitionierte Sanierungen einschlagen.

Bauen

Sanierungen, die den Weg zum Gebäude als Kraftwerk gehen, sind daher die klare Strategie des Förderprogramms "Mustersanierung" des Klima- und Energiefonds, das heute startet. Umweltminister Berlakovich: "Der heutige Sanierungsstandard legt die Emissionen der Gebäude für die nächsten 40 Jahre fest. Durch die Beispielwirkung der Mustersanierung werden wesentliche Impulse für die Verstärkung der Sanierungstätigkeit auf Best-Practice-Standard gesetzt und der optimale Einsatz erneuerbarer Energietechnologien forciert. Ein weiteres, wichtiges Puzzleteil für den Weg in die Energieautarkie Österreichs".

Bis 19.10.2012 stehen in Summe drei Millionen Euro für umfassende Sanierung betrieblich genutzter Gebäude, wie etwa Tourismus- oder Bürogebäude, und öffentliche Gebäude, wie etwa Schulen, Kindergärten und Gemeindegebäude, zur Verfügung. Ausgenommen von der Förderung sind auch heuer Private. Aufgeteilt ist das Budget auf zwei Förderprogramme: 1,5 Millionen Euro stehen im Programm "Mustersanierung" selbst zur Verfügung, weitere 1,5 Millionen im Förderprogramm "Klima- und Energie Modellregionen".

Bild: Klima- und Energiefonds

37 realisierte Projekte - von der Pension bis zum Gesundheitszentrum

Seit 2008 wurden mit Mitteln des Klima- und Energiefonds bereits 37 Gebäude nach den hohen Standards der "Mustersanierung" saniert. Der Bogen spannt sich dabei von kleinen Pensionen über Bankgebäude bis hin zu einem großen Gesundheitszentrum. Klima- und Energiefonds Geschäftsführer Ingmar Höbarth: "Diese Häuser sind die Spitze der Sanierungsbewegung. Die Einsparungen von Energie und Betriebskosten reichen vom Faktor 10 bis hin zum Standard von Passiv- und Plus-Energie-Häusern! Diese ambitionierten Beispiele zeigen, was technisch schon heute möglich ist und sind gute Modelle für Nachahmer – das ist unser zentrales Ziel."

Die Förderhöhe für umweltrelevante Mehrinvestitionskosten je Projekt liegt bei bis zu 600.000 Euro. Wer zum Passivhaus saniert, bekommt neben dem Basis-Fördersatz von 45 Prozent weitere 5 Prozent Bonus, wer zum Plusenergiehaus saniert 10 Prozent und wer Dämmstoffe mit dem österreichischen Umweltzeichen nutzt, kann weitere 5 Prozent erhalten. Der Anteil an erneuerbaren Energieträgern muss 80 Prozent betragen, die OIB-Richtlinie um 60 Prozent unterschritten werden. Additiv zu Sanierungen werden auch PV Anlagen, Biomasse Anlagen, Thermische Solaranlagen und Wärmepumpen gefördert. Neu ist, dass auch Messtechnik für Energiemonitoring gefördert wird, was sehr wichtig für den optimalen Betrieb des Gebäudes ist.

Hintergrundinformation "Mustersanierung"

Im Rahmen des Förderungsprogramms "Mustersanierung" legt der Klima- und Energiefonds besonderen Fokus auf einen möglichst hohen Einsatz erneuerbarer Energien, den Einsatz klimaschonender Rohstoffe und Produkte bei der Sanierung, technische und ökonomische Multiplizierbarkeit, Maßnahmen zur Energieeffizienz, keinen oder geringstmöglichen Kühlbedarf sowie einen hohen Innovationsgehalt. Insgesamt standen bisher für das Förderprogramm "Mustersanierung" 13 Mio. Euro zur Verfügung (2008: 6 Mio. Euro, 2010: 4 Mio. Euro, 2011: 3 Mio. Euro). 2012 kommen laut Jahresprogramm 1,5 Millionen Euro im Programm "Mustersanierung" hinzu, weitere 1,5 Millionen Euro sind im Programm "Klima- und Energie Modellregionen reserviert.

Die wichtigsten Förderkriterien 2012:
  • Unterschreitung der OIB Richtlinie >= 60%
  • Anteil Erneuerbare Energien >= 80%
  • Max. 600.000,- Euro Förderung/Projekt
  • Gebäude muss vor dem 1.1.1990 errichtet worden sein
  • PV: bis zu 100 kWp werden gefördert - 800 Euro/kWp
  • Einreichung bis 19.10.2012 - first come first serve