Fernkälte

2020 könnte neuen Fernkälte-Absatzrekord bringen

Der Fernkälte-Ausbau könnte heuer einen neuen Kühlrekord aufstellen und den bisherigen Absatzrekord aus dem Vorjahr brechen. Das umweltschonende Klimakonzept erfreut sich wachsender Beliebtheit.

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Durch die immer heißer werdenden Sommer steigt die Fernkälte-Nachfrage.

Fernkälte als umweltschonende Alternative zur konventionellen Klimaanlage steht ungebrochen hoch im Kurs. Im Vorjahr wurde mit 192 Gigawattstunden (GWh) um 20,6 Prozent mehr Fernkälte an Kunden geliefert als noch ein Jahr davor. Das war ein Fernkälte-Absatzrekord. Die Fernkälteleistung stieg von 138 Megawatt (MW) mit Ende 2018 auf 159 MW per 31. Dezember 2019. Die umweltschonende Fernkälte hält Innenräume kühl, ohne die Außentemperatur zusätzlich aufzuheizen. „Immer mehr Hitzetage mit mehr als 30 Grad Celsius bringen immer stärkere Nachfrage nach Fernkälte mit sich“, sagt Peter Weinelt, Obmann des Fachverbands Gas Wärme (FGW) und stellvertretender Generaldirektor der Wiener Stadtwerke.

Gründe für Absatzrekord

Der Absatzrekord aus dem Vorjahr hat im Wesentlichen zwei Gründe: Verstärkter Netzausbau samt Anschlusstätigkeit bei zugleich erhöhtem Kühlbedarf. Denn der Sommer 2019 hatte es in sich, war er doch der zweitheißeste in der Messgeschichte der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte in Wien (ZAMAG):
Allein in der Bundeshauptstadt wurden in den Sommermonaten Juni bis August des vergangenen Jahres 7.304 Kühlgradstunden gemessen. 2018 waren es noch 6.725 Kühlgradstunden gewesen. Im Jahresvergleich war das ein Plus von 9,0 Prozent. Kühlgradstunden dienen als Indikator für den Kühlbedarf. Sie errechnen sich aus der Summe der Differenz (in Stunden) zwischen gewünschter Raumtemperatur und der Außentemperatur während der gesamten Kühlperiode.

Große Städte als „Coole Spots“

Besonders große Zuwächse an Fernkälteleistung zeigten sich 2019 in Wien und Graz: In Wien wurde in die Verdichtung und den weiteren Ausbau der Flächenversorgung investiert. Die Fernkälteleistung nahm allein in Wien um rund 20 MW zu, die Fernkälte-Netzlänge stieg um rund drei km. In Wien werden seit dem Vorjahr auch Privatpersonen mit Fernkälte versorgt. Konkret rund 80 Wohnungen am Althangrund im 9. Wiener Gemeindebezirk. In Graz wurde Fernkälte erstmals in ein Industriekundennetz eingespeist.

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Die „Coolen Spots“ der österreichischen Fernkälteversorgung sind die Städte Wien, Linz und St. Pölten. Auch in den niederösterreichischen Landeskrankenhäusern in Baden, Mödling und Mistelbach wurden bereits Fernkälteanlagen realisiert. Zudem wurde in Mödling ein Bürohaus an die Fernkälte angeschlossen.

Die Gesamtlänge des Fernkältenetzes in Österreich lag mit Ende 2019 bei rund 22 Kilometern. Seit 2009 hat sich der Verkauf von Fernkälte auf dem österreichischen Markt von rund 25 Gigawattstunden auf zuletzt 192 GWh annähernd verachtfacht.
 

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