Windenergie

2019 war bisher stärkstes Jahr im europäischen Windkraftausbau am Meer

Die Offshore-Windkraft wurde in Europa noch nie so stark ausgebaut wie im vergangenen Jahr. Gleichzeitig sind jedoch die Investitionen seit 2016 um beinahe 70 Prozent gesunken.

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3.623 Megawatt Offshore-Windenergieleistung wurden 2019 in Europa errichtet. 

Mit 502 Windrädern mit einer Leistung von 3.623 Megawatt wurde in Europa die Windkraft noch nie so stark ausgebaut wie 2019. Mit 1.764 Megawatt wurden einmal mehr in Großbritannien am meisten Windräder am Meer errichtet, gefolgt von Deutschland mit 1.111 Megawatt. In Summe erzeugen 5.047 Windräder mit einer Leistung von 22.072 Megawatt in zwölf europäischen Ländern umweltfreundlichen Windstrom am Meer. Auch hier führt Großbritannien mit 45 Prozent aller Offshore-Windkraftleistung das Ranking, vor Deutschland mit 34 Prozent, an.

Investitionen seit 2016 eingebrochen

Mit 18,2 Milliarden Euro Investitionen für Offshore-Windparks war das Jahr 2016 bisher das Stärkste. Seitdem sind die Investitionen aber regelrecht eingebrochen. Mit sechs Milliarden Euro sind diese im Jahr 2019 um knapp 70 Prozent niedriger. Allein von 2018 auf 2019 fielen die Investitionen um rund 40 Prozent. Nachdem es rund drei Jahre dauert, um einen Offshore-Windpark nach dem Abschluss der Finanzierung zu errichten und ans Stromnetz anzuschließen, ist der Ausbaurekord von 2019 die Folge des Investitionsrekords aus dem Jahr 2016. „Der Einbruch der Investitionen um gut zwei Drittel heißt für den europäischen Windkraftausbau am Meer nichts Gutes“, bemerkt Giles Dickson, Geschäftsführer des europäischen Windenergie-Verbandes WindEurope und ergänzt: „Um die Ziele des New Green Deals erreichen zu können braucht es einen Ausbau von 7.000 Megawatt pro Jahr bis 2030 und ab dann 18.000 Megawatt pro Jahr bis 2050. Das derzeitige Level des Ausbaus, als auch der Investitionen liegt weit unter diesen Anforderungen.“

Marktführer aus Österreich

Am weltweiten Ausbau der Windkraft am Meer sind auch einige österreichischen Zulieferbetriebe vorne mit dabei. So gehört Palfinger Marine aus Salzburg zu den führenden Kranlieferanten im Offshore-Windgeschäft. Die Firma Geislinger produziert in Bad St. Leonhard in Kärnten die Kupplungen für die derzeit größten am Meer errichteten Windräder. Die Transformatoren für die meisten 2019 errichteten Offshore-Windräder von Siemens Gamesa Renewable Energy kommen aus dem Werk in Weiz von Siemens Transfomers. „Der Green New Deal der EU Kommission zeichnet ein positives Bild auch für viele Zulieferbetriebe aus Österreich“, erklärt IG-Windkraft Geschäftsführer Stefan Moidl: „Gleichzeitig müssen nach den vielen schönen Worten jetzt die Taten folgen. Sonst wird die Industrieentwicklung bei den erneuerbaren Energien nicht in Europa stattfinden.“

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